Programm des Approximation Festivals mit Meredith Monk

Von Hauschka kuratiert : Meredith Monk singt in Düsseldorf

Die New Yorkerin ist der Star des Approximation Festivals Anfang Februar. Außerdem dabei: Jimi Tenor und Sóley.

Das Approximation hat einst im Salon des Amateurs unter der Kunsthalle als Festival für Pianomusik begonnen. Vom 6. bis 9. Februar gibt es die inzwischen 15. Ausgabe, und die macht deutlich, dass das längst eine ganz freie Veranstaltung geworden ist, ein Fest für musikalische Grenzgänger, die nur mehr ganz lose am Klavier hängen, ansonsten aber frei in der Soundcloud diffundieren. Volker Bertelmann, den die Welt als Hauschka kennt, hat das Programm kuratiert. Eigentlich sollte das ein Transit-Jahrgang sein, sagt er, denn 2021 hat man Großes vor. Dann wird nämlich ein „Composer In Residency“-Modell aufgelegt, bei dem Künstler Kompositionen eigens für die Stadt und das Festival in Uraufführungen präsentieren.

2020 ist dann aber doch noch ein guter und vollwertiger Jahrgang geworden, wie die Liste der Beteiligten zeigt:

Meredith Monk Ein Höhepunkt der Festivalgeschichte ist sicher der Auftritt der 77 Jahre alten Meredith Monk aus New York. Sie ist die Pionierin der vokalen Performancekunst, sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Installation und Konzert. Und sie wird an zwei Tagen ihre neue Komposition „Cellular Songs: Concert Version“ aufführen. Das Stück wurde zuvor bereits in New York auf die Bühne gebracht, in Düsseldorf lässt sich Monk von einem Vokalensemble begleiten. Dass das Approximation-Festival in diesem Jahr so früh stattfindet, liegt an Monk. Bertelmann wollte sie unbedingt verpflichten, und da Monk zwei Tage zuvor in der Elbphilharmonie auftritt, war die Gelegenheit günstig. (7. und 8. Februar, 20 Uhr, Tanzhaus NRW)

Jimi Tenor Die Meisten werden den Finnen natürlich durch seinen Hit „Take Me Baby“ aus dem Jahr 1996 kennen. Techno war das, aber seither hat der 55-Jährige für nahezu jedes musikalische Genre Beiträge geliefert, zuletzt vor allem im Jazz. Im Salon des Amateurs wird er ein Überraschungsprogramm präsentieren. „Es gibt Leute, die so interessant sind, dass man sie auch einladen würde, wenn sie sich bloß auf einen Stuhl setzten und vorläsen“, sagt Bertelmann. Das wird Tenor indes nicht tun. „Er gibt einen Überblick über sein Schaffen der letzten Jahre.“ (8. Februar, 22.30 Uhr, Salon des Amateurs)

Sóley Die isländische Songwriterin und Pianistin Sóley hat Bertelmann vor seiner Studiotür getroffen. Er produziert ja in der Nähe des Weltkunstzimmers, und dort war Sóley in einer Gästewohnung untergekommen, weil sie Musik für ein Projekt von Johan Simons in Bochum beisteuerte. Sie wird Stücke von ihrem nächsten, noch nicht veröffentlichten Album in Düsseldorf aufführen. Ihr Auftritt, so ist der Plan, hat zwei unterschiedliche Teile: Im ersten tritt sie am Piano auf, im zweiten mit einer Band. (7. Februar. 22.30 Uhr, Salon des Amateurs)

Sarah Nicolls Die britische Pianistin Sarah Nicolls ist bereits zum zweiten Mal Gast des Festivals. Sie wird zunächst einen Vortrag über ihr selbst konstruiertes Inside-Out-Piano vorstellt. Das hat sie mit Hilfe einer Kickstarter-Kampgne finanziert: ein Flügel, dessen Seitenkörper vertikal angeordnet ist; die Saiten stehen also. Nicolls kann sie so nicht nur anschlagen, sondern zupfen, streichen und kratzen. Außerdem erlaubt das präparierte Piano dem Zuschauer, die Techniken dieser Manipulation zu betrachten. Nach dem Vortrag wird sie natürlich auch noch spielen. (6. Februar, 20 Uhr, Salon des Amateurs)

Rolf Hansen Der dänische Gitarrist Rolf Hansen ist Bertelmann von Thorsten Lütz alias Strobocop empfohlen worden. Lütz führt das Label Karaoke Kalk, auf dem die ersten Hauschka-Veröffentlichungen erschienen sind. Hansen ist ein Grenzgänger, er improvisiert auf seinem Album „Elektrisk Guitar“ tatsächlich ausschließlich auf der Gitarre. Mancher mag sich dabei an Bill Frisell erinnert fühlen. (6. Februar, 22.30 Uhr, Salon des Amateurs)

Sozusagen als Bonus ist am Sonntag, 9. Februar, um 17 Uhr in der Filmwerkstatt die selten gezeigte Verfilmung des Stücks „QUARRY: An Opera in Three Movements“ von Meredith Monk aus dem Jahr 1977 zu sehen.