Poetry Slam: Deutschsprachige Meisterschaften 2020 in Düsseldorf

Poetry Slam : Deutschsprachige Meisterschaften 2020 in Düsseldorf

Als der Poetry Slam sich Mitte der 1990er Jahre seinen Weg von den USA nach Deutschland bahnte, war Düsseldorf schnell am Start. Die Stadt etablierte sich als Austragungsort, weil das Zakk das Potenzial der forschen Wortpiraten erkannte und nachhaltig verbreitete.

Der Poetry Slam gehört seit damals fest zum Programm des Zakk. Talente werden gefördert, Künstlerkooperationen mit Schulen geschlossen, und es heißt, der Düsseldorfer Jean-Philippe Kindler, der 2018 die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften gewann, habe den entscheidenden Text im Zakk geschrieben.

So viel Aura und Infrastruktur für die Kunst will belohnt werden und wird nun belohnt: 2020 finden vom 27. Oktober bis 1. November die Poetry-Slam-Meisterschaften in Düsseldorf statt. Das Zakk wird sie ausrichten, was am 25. Oktober offiziell verkündet wird. Christine Brinkmann, im Kulturzentrum verantwortlich für die Literatur, bestätigt: „Es stimmt. Neben Berlin sind wir die einzige deutsche Stadt, die den Wettkampf zum dritten Mal ausrichten darf.“ Dies war bereits 2000 und 2009 der Fall.

Die 150 Slammer, die gegen einander antreten, stammen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Deutschland. Honorare gibt es nicht, Unterkunft und Essen sind frei. Mit rund 10.000 Besuchern ist zu rechnen, so die Erfahrungen aus den Vorjahren.

Die Menschen mögen es eben lustig, wenn die politische Lage ernst ist – das sind Sätze, die Christine Brinkmann nicht mehr hören kann. „Das ist Quatsch. Poetry Slam ist nicht immer witzig oder belanglos, sondern oft ernst und zunehmend politisch“, sagt sie. Eine Entwicklung, an der Frauen einen erheblichen Anteil hätten. So steige die Zahl der Slammerinnen, die wiederum mehrheitlich die Rolle der Frau in der Gesellschaft kritisch thematisierten.

Das Publikum scheint dies zu schätzen, denn es kommen mehr und mehr Menschen zu den Wettkämpfen. 2009 gab es die Meisterschaftsfinale noch im Schauspielhaus. Die heute 650 Plätze im Großen Haus genügen jedoch nicht mehr. Deswegen stellt neben dem Zakk und der Christuskirche die Tonhalle mit knapp 1500 Plätzen einen Veranstaltungsort. Verhandelt wird wohl auch mit der Oper, die für eine besondere Note sorgen könnte. Jedoch ist offen, ob sie ihre Bühne zur Verfügung stellt.