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Oper: Orchestergraben neu — Spielzeit kurz

Oper : Orchestergraben neu — Spielzeit kurz

Die Kosten für die Erweiterung des Orchestergrabens der Rheinoper fallen höher aus als angekündigt. So kostet das Projekt anstelle von 1,8 Millionen jetzt 2,3 Millionen Euro. Auch werden die Bauarbeiten im Sommer länger als sechs Wochen dauern. Die Spielzeit beginnt daher erst Ende Oktober.

Es ist die Statik, die dem Amt für Gebäudemanagement seit Wochen Kopfzerbrechen bereitet. "Wir müssen im Opernhaus doch mehr Stahl verbauen, als anfangs gedacht", erklärt die Amtsleiterin Doreen Kerler. Denn auch wenn der Orchestergraben nur um einen Meter Richtung Parkett vergrößert werden soll, sei das aufwändig und diffizil. Und weil Stahl teuer ist, wird der geplante Umbau nicht wie noch im Herbst angekündigt 1,8 Millionen, sondern 2,3 Millionen Euro kosten.

Neue EU-Richtlinien

Den erneuten Umbau nach der großen Sanierung 2007 forderten die Musiker des Hauses, die Düsseldorfer Symphoniker (Düsys), auf den Plan. Denn der Orchestergraben ist für die rund 110 Düsys schlichtweg zu eng. Laut Orchestervorstand führt das bislang dazu, dass bei großen Besetzungen, etwa bei Wagner-Aufführungen, die Musiker in die Nischen des Grabens ausweichen müssen, zum Teil nur über Monitor Sicht auf den Dirigenten haben, und vor allem: viel zu laut spielen müssen, um sich gegenseitig zu hören. Ein Lärmpegel bis zu 100 Dezibel ist die Folge.

Nach neuen EU-Richtlinien sei das arbeitsrechtlich den Berufsmusikern nicht zuzumuten. "Wir müssen uns daher anpassen", erklärt Kulturdezernent Hans Georg Lohe. "Aber wir sind nicht die einzige Stadt, die dieser Pflicht jetzt nachkommt." So habe jüngst etwa Wuppertal Geld in ihren Orchestergraben investiert. In Stuttgart stünden ebenfalls Umbauarbeiten an.

In Düsseldorf sind die Arbeiten für diesen Sommer angesetzt. Doch weil die Zeit in der Spielpause dafür nicht ausreicht, werde es in der Rheinoper einen verzögerten Saisonbeginn — voraussichtlich erst Ende Oktober — geben, erklärt Lohe. Das Opernhaus dazu: "Wir sind sehr, sehr dankbar, dass diese seit vielen Jahren gewünschte Vergrößerung des Orchestergrabens nun realisiert werden kann", betont Generalintendant Christoph Meyer auf Anfrage der RP. Er freut sich mit seinem Publikum auf ein Haus mit verbesserter Klangqualität, in dem nun endlich große Opernwerke in Originalbesetzung aufgeführt werden könnten. Weiter kündigt die Rheinoper an, auch in der Umbauzeit Oper und Ballett auf die Bühne zu bringen — so gilt die Opernkarte auch als Fahrkarte ins benachbarte Duisburg, wo zu Beginn der neuen Saison zwei Premieren gezeigt werden. Zudem sollen baulärmfreie Sonntage genutzt werden, um verschiedene Veranstaltungen im Foyer des Düsseldorfer Opernhauses zu präsentieren.

Der Ausbau des Orchestergrabens, für den die erste Sitzreihe im Parkett geopfert wird, umfasst neben aufwändiger Statik auch eine technische Aufrüstung mit Beleuchtung und Belüftung. Außerdem wird auch in Sicherheit und Barrierefreiheit investiert. So wird laut Stadt der Kostümfundus, der unter der Heinrich-Heine-Allee liegt, brandschutztechnisch aufgerüstet, zudem werden Plätze für Rollstuhlfahrer eingerichtet und Höranlagen installiert.

Nur, die angekündigten neuen Knäufe an den alten Flügeltüren aus Glas am Eingang des Hauses können noch nicht ersetzt werden. "Da gab es wohl immer mal wieder Verletzungen an den Händen. Doch wir suchen noch nach einer geeigneten Lösung dafür, die hoffentlich bald folgen wird", erklärt Kerler.

(RP/rai)