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Düsseldorf: Opernchef Meyer beim Popmusikalischen Quartett

Düsseldorf : Opernchef Meyer beim Popmusikalischen Quartett

Die besten Momente im Popmusikalischen Quartett ergeben sich so: "Textlich ist das neue Album von Bob Dylan großartig. Aber die Musik!", sagt Philipp Holstein. Miguel Passarge geht in Abwehrstellung, er ist Fan und verschränkt die Arme. "Diese Platte ist anstrengend", gibt er zu, "und unter uns, natürlich würde ihm ein Produzent gut tun."

Dennoch: "Neuneinhalb Minuten nur einen Akkord spielen, das musst du auch erstmal hinbekommen." Ob das für Dylan spricht? Einig wird sich die Runde nicht.

Zum dritten Mal gab es die Bühnentalkshow im Kulturzentrum Zakk. Produzent Dieter Falk, Zakk-Musikchef Miguel Passarge und RP-Kulturredakteur Philipp Holstein verhandelten mit Stargast Christoph Meyer aktuelle Entwicklungen nicht nur der Popmusik. Denn mit dem Generalintendanten der Deutschen Oper am Rhein hatte sich die Runde jemanden auf das Podium geladen, der die Debatte um eine Perspektive bereicherte.

Zwar hat Meyer nie ein Dylan-Album gekauft, wo es in U- und E-Musik hakt, ist dem Amy-Winehouse-Hörer aber durchaus bewusst. "Der Markt ist tot", sagt er. Was hingegen funktioniert: "live" — trotz explodierender Preise gerade im Bereich Pop. "Das ist einfach Markwirtschaft", sagt Passarge, "es gibt eben Leute, die 150 Euro für eine Karte bezahlen."

Die Folge: Das Format Album werde in der Popmusik werde zum bloßen Vehikel, glaubt Philipp Holstein. Er macht das fest an Lady Gagas letzter Produktion, die die Sängerin für 99 Cent verkaufte: "Die Musik an sich hat keinen Wert für sie. Und so klingt sie auch."

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Christoph Meyer erinnerte sich an seine Jugend, er hörte damals Pink Floyd und Jethro Tull. Gute Gruppen. Und heute? "Die Jugend bekomme eh nur noch Unsinn um die Ohren gehauen", glaubt ein Zuschauer: ",Popstars' und so etwas." In eben jener TV-Castingshow war einst übrigens Dieter Falk Juror.

Der nimmt es indes gelassen. Dass er ein Gespür für junge Talente hat, beweist er ohnehin. Denn für zwei Songs hatte er die 19-jährige Schülerin Jaqueline Rubino zum Quartett eingeladen. Sie präsentiert eigene Lieder, spielt Gitarre und singt. Wie Bob Dylan. Im Hintergrund sitzt Miguel Passarge. Er wippt mit dem Fuß im Takt der Musik.

(RP/ila)