Düsseldorf: Öffentlicher Bücherschrank am Rhein

Düsseldorf: Öffentlicher Bücherschrank am Rhein

Wer sich spontan auf eine Bank setzt, wünscht sich oft, ein Buch aus der Tasche ziehen zu können. Jetzt können Besucher in Düsseldorf zu diesem Zweck zum öffentlichen Bücherschrank gehen. Dort finden sich derzeit noch wenige Bücher, aber bald, so der Plan und die Erfahrung in anderen Städten, wird daraus eine vielfältige Bibliothek.

Eröffnet wurde der Bücherschrank gestern auf der Rheinuferpromenade neben dem "KIT — Kunst im Tunnel". Wer beim Spaziergang Lust aufs Lesen bekommt, kann sich dort ein Buch aussuchen, sich damit gemütlich auf eine Parkbank setzen, es sogar mit nach Hause nehmen. Und wer alte Bücher nicht mehr braucht, kann sie auch einfach in den Bücherschrank stellen. "Books outdoor" am Rheinufer soll ein Anlauf- und Treffpunkt für Bücherfreunde werden. Geöffnet ist der Schrank rund um die Uhr.

"Ich freue mich, wenn viele Menschen das Angebot nutzen", sagte Bürgermeister Friedrich G. Conzen (CDU) bei der Eröffnung. Eifrig räumte er dann eigenhändig zwei Regalbretter in dem Glasschrank ein. Entworfen hat den 7800 Euro teuren Schrank Architekt Hans-Jürgen Greve. Der Kölner hat bereits andere öffentliche Bücherschränke geplant und umgesetzt, beispielsweise in Bonn.

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Die Idee zu dem Projekt hatte das Literaturbüro NRW — gleichzeitig mit der Grünen-Fraktion, weshalb der Bücherschrank auch mit Unterstützung des Kulturausschusses finanziert wurde. Michael Serrer vom Literaturbüro geht davon aus, dass das Angebot gut angenommen wird: "Das ist ein guter Ort, die Leute können sich mit den Büchern direkt auf die Wiese setzen und entspannen." Er macht sich auch keine Sorgen, dass die Bücher irgendwann vergriffen sind, denn meist stellen die Menschen eher ein paar Bücher hinein, als dass sie welche mitnehmen: "Ich selbst bin mit hunderten von Büchern gesegnet und bringe gerne welche dort hin."

Damit die Lesefreude bestehen bleibt, kümmert sich das Literaturbüro um den Schrank, kontrolliert die Werke, sortiert gegebenenfalls aus. Im Moment steht ein Sammelsurium in dem 800 Kilogramm schweren Stahlschrank: Medizinische Fachbücher haben es sich neben Bildbänden über Düsseldorf und einem Heine-Jahrbuch gemütlich gemacht.

(RP)
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