NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste: Die Möglichmacherin

Christiane Dusch: Die Möglichmacherin

Christiane Dusch über ihren neuen Job als Generalsekretärin der NRW-Akademie.

Sie ist erst seit einigen Tagen an ihrem neuen Arbeitsplatz, im Büro stapeln sich noch die Umzugskisten. Trotzdem fühlt sich Christiane Dusch schon angekommen: Besucht man die neue Generalsekretärin der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste, führt sie die Räume und der Kunstwerke im Gebäude so vor, als sei sie schon immer dort gewesen. Das zeigt, wie gut die 53-Jährige zu ihrem neuen Job passt.

„Es braucht jemand, der den Wissenschaftlern den Rücken frei hält“, sagt Dusch über ihre neue Position als Chefin der Geschäftsstelle. Die Akademie ist ein Zusammenschluss von Forschern zur Förderung des wissenschaftlichen Austausches. In den 49 Jahren seit ihrer Gründung in NRW waren 15 Nobelpreisträger Mitglieder. Bundesweit gibt es sieben weitere große Wissenschaftsakademien.

Die Juristin Christiane Dusch, die die Landesakademie nun auf der Verwaltungsebene leitet, hatte beruflich schon immer einen Draht zur Wissenschaft. Sie hat in der Hochschulverwaltung der Fernuniversität Hagen und im NRW-Wissenschaftsministerium gearbeitet. Dass sie in der Verwaltung stets eher Unterstützerin als Macherin ist, stört Dusch nicht: „Wir sind in der zweiten Reihe, im Hintergrund. Das finde ich überhaupt nicht schlecht, aus der zweiten Reihe sieht man oft ziemlich gut.“ In der Hochschulverwaltung entwickelte sie ihre Zuneigung zur Wissenschaft. „Dort kam für mich die Initialzündung – ich habe Professoren kennengelernt, die brannten für das, was sie gemacht haben. Das ist ein gutes Umfeld, auch für Verwaltungsleute“, sagt die Generalsekretärin.

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So entwickelte Dusch, obwohl sie im Beruf nie selber forschte oder forschen wollte, ein Verständnis für die Arbeit der Wissenschaftler. Forschung sei kein Nine-to-five-Job. „Das sind Leute, die keinen Samstag und keinen Sonntag kennen, die über ihr Forschungsthema diskutieren wollen.“ Die Arbeit eines Forschers bedeute auch, Widersprüche auszuhalten, manchmal auch in die falsche Richtung zu laufen und sich selbst ständig zu hinterfragen. Solchen Leuten will Dusch den Raum geben, sich auf ihre Leidenschaft zu konzentrieren.

Dass Wissenschaft in Zeiten von Populismus eine besondere Verantwortung hat, weiß die neue Generalsekretärin. „Wenn es heute noch jemanden gibt, der beispielsweise den Klimawandel anzweifelt, dann ist aus meiner Sicht Wissenschaft noch mehr herausgefordert, in ihrem eigenen seriösen, faktenbasierten System dagegenzuhalten und zu argumentieren.“ Was sie für die Zukunft der NRW-Akademie plant, will Dusch noch nicht verraten. Eins ist aber klar: Zunächst einmal soll der 50. Geburtstag der Akademie im kommenden Jahr gebührend geplant und gefeiert werden.

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