Düsseldorf: Musik für große Städte: Moglebaum im Zakk

Düsseldorf: Musik für große Städte: Moglebaum im Zakk

Die Band Moglebaum kennt wahrscheinlich jeder Düsseldorfer, zumindest den grünen Aufkleber der Band. Der ist im Stadtgebiet nämlich auf gefühlt jedem zweiten Laternenpfahl zu sehen. Dass die fünf Musiker aber neben Guerilla-Marketing auch ganz altmodische Live-Musik beherrschen, beweisen sie bei ihrem Auftritt im Zakk.

Die Band um den Düsseldorfer Simon Ebener-Holscher stellt im Club acht neue Songs vor, die sich im Spannungsfeld von verträumtem Pop, Break-Beat, Dance und melancholischen Texten bewegen. "Küss mich süß, tanz den ganzen Abend, rede nicht, beweg nur deine Füße", lautet eine Textzeile, wunderbar verträumt gesungen von der Sängerin Franziska Geiß. Im Hintergrund stolpert der Beat vor sich hin, setzt aus und ohne Effekthascherei wieder ein, live begleitet von Drums und einem funky quietschenden Saxofon.

Oft geht es in den Texten um die verlorene Liebe. Jugendlich naiv, könnte man einwenden. Doch genau diese Naivität der Liebe gegenüber macht gute Popmusik aus. Zum Schluss gibt es sogar ein Lied ohne Beat: Getragen von sphärischen Klängen, melancholisch verträumt geradezu, singt Franziska Geiß über Schmerz, eine verflossene Liebe und Träume.

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Moglebaum, der Name ist angelehnt an einen Charakter aus dem Computerspiel Pokemon, ist Düsseldorfer Pop für die weite Welt, nicht verkopft, sondern im besten Sinne intellektuell unverkrampft. Und das merkt man den fünf Mitzwanzigern auf der Bühne auch an. Sie haben Spaß, wollen unterhalten, tanzen mitreißend, und das Publikum dankt es mit viel Applaus. Dabei vergisst Moglebaum nicht die Bühnenshow. Mit baumähnlicher LED-Beleuchtung, Nebel, leuchtenden Drumsticks und Blätterdeko um die Mikrofonständer zeigen sie, dass sie Pop als Gesamtkonzept verstehen.

Den Anspruch, sich nicht nur auf Deutschland zu beschränken, hat Ebener-Holscher, der sich als Produzent Moglii nennt, in einem Interview mit dem viel gelesenen amerikanischen Blog "Thump" benannt. Das zeigt auch, dass ihm auf der Streamingplattform Spotify deutlich mehr Menschen aus Los Angeles folgen als aus dem heimischen Düsseldorf.

(RP)