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Düsseldorf: Meisterin des Stilllebens: Herma Körding

Düsseldorf : Meisterin des Stilllebens: Herma Körding

Arbeiten der 2010 gestorbenen Künstlerin sind in der Galerie Merkelbach zu sehen.

Die Ausstellung in der Galerie Merkelbach verdeutlicht vor allem, dass Herma Körding (1927 bis 2010) eine Meisterin des Stilllebens war. Von ihren Reisen brachte sie regelmäßig exotische Pflanzen, getrocknete Blüten und malerische Fundsachen mit, die sie später im Atelier mit viel Gefühl arrangierte. Harmonisch klingende Gemälde sind so entstanden, die den Blick für die Schönheit und Vielfalt der Schöpfung öffnen und zugleich als Kompositionen für sich allein stehen können.

Auffällig ist, dass Körding den Hintergrund ihrer Stillleben oftmals mit ornamentalen oder geometrischen Formen ausfüllte. Auf diesen stabil gefügten Flächen können sich die Pflanzen, Blüten oder Zweige dann frei entfalten. Organisches und Geometrisches bildet so einen reizvollen Kontrast.

Im Ölgemälde "Sterbende Sonnen" (1981) tauchen die vorn schwebenden Distelblüten sogar als ornamentaler Nachhall im Hintergrund wieder auf. Die Farbigkeit dieser stillen Bilder erscheint oft gedämpft. Wehmut und Herbststimmung geben den Ton an. Eine fröhlichere Seite offenbart die Künstlerin in ihren flott gezeichneten "Düsseldorfer Köpfen". Hier verewigte sie mit Bleistift und Aquarellfarben prominente Bewohner der Landeshauptstadt — oft karikaturhaft überspitzt, meist aber den Charakter auf den Punkt treffend.

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Die blitzschnelle Umsetzung des Gesehenen in ein passgenaues Bild hat Herma Körding womöglich schon in den 1950er Jahren in Paris studiert und verfeinert. Dort, an der Academie Julian, mussten die Kunststudenten ein Aktgemälde in wenigen Minuten planen und vollenden. Offenbar eine gute Übung, die Körding später bei ihren pfiffigen Porträts von Nutzen war.

In der sehenswerten Schau trifft man auch auf eine Auswahl dieser frühen, reizenden Aktbilder. Das Werk einer vielseitig talentierten Malerin wird hier noch einmal ausgebreitet. Die dichte Hängung macht deutlich, wie raffiniert Körding das klassische Genre des Stilllebens in ihrer eigenen Handschrift variiert und wiederbelebt hat.

Info Galerie Alfred Merkelbach, Humboldtstraße 84. Ausstellungseröffnung: Heute um 18 Uhr Die Ausstellung läuft bis 25. Oktober.

(RP)