Düsseldorf: Mehr als 500 Künstler öffnen ihre Ateliers

Düsseldorf : Mehr als 500 Künstler öffnen ihre Ateliers

An den beiden letzten Wochenenden des Monats August laden Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler wieder zur Auseinandersetzung mit ihren Werken ein. In den vergangenen Jahren kamen insgesamt 65 000 Interessierte.

Es ist eine bemerkenswerte Zahl: 65 000 Besucher strömten in den vergangenen Jahren in die Ateliers der Düsseldorfer Künstler, informierten sich über ihr Schaffen, kamen mit ihnen ins Gespräch - und erwarben auch das eine oder andere Kunstwerk. Zum 18. Mal laden die Künstler nun Kunstliebhaber ein, und die Veranstaltung übt einen ähnlichen Reiz aus wie vor Jahren die lobenswerte Reihe "Lesen in den Häusern der Stadt". Denn es hat etwas Exklusives, dort im Privaten vorbeizuschauen, wo sonst gearbeitet wird, wo Kunst gemacht wird. Die Kunstpunkte - das sind die 264 Standorte, aufgeteilt nach Norden und Süden. Die Kunst-Erforscher können sich ihre eigene Route zusammenstellen, können überraschende Entdeckungen im eigenen Viertel machen oder sich auch mal in etwas entferntere Gebiete begeben.

Die Kunstpunkte beginnen am 23. und 24. August im Düsseldorfer Norden, wo sich an der Adresse Sittarder Straße 5 das älteste Atelierhaus der Stadt befindet. Dabei kann man nach Einzelateliers suchen, aber auch nach Orten, an denen sich die Künstler zu Ateliergemeinschaften zusammengeschlossen haben. So wie im "Reservat", Hansaallee 159, wohin der Fotograf Horst Wackerbarth einlädt, der mit den Bildern mit dem roten Sofa bekannt geworden ist, dessen Werke aber viel mehr bieten. Er hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal an den Kunstpunkten teilgenommen und zeigte sich begeistert: "Sehr nette Menschen, tolle Gespräche, mache ich gerne wieder."

Felicitas Lensing-Hebben zählt dagegen zu den Teilnehmerinnen der ersten Stunde. Schon bei der ersten Auflage der Kunstpunkte 1997 zeigte sie den Besuchern ihre Arbeiten. Nach einem Umzug befindet sich ihr Atelier nun im Haus Helmutstraße 14; in Rath, wo sich mehrere Künstler zusammengefunden haben. Es gibt auch mehrere Adressen, an denen sich die Kunst nur so ballt. Die Ackerstraße in Flingern gehört dazu wie auch das Atelierhaus Walzwerkstraße 14.

Ein sowohl künstlerischer als auch architektonisch-geschichtlicher Geheimtipp dürfte die Künstlersiedlung Golzheim sein. Die Häuser dort wurden im Zuge der Ausstellung "Schaffendes Volk" von den Nationalsozialisten erbaut, sind aber architektonisch durchaus charmant, ja fast idyllisch. Der Film "Insel am Rhein" wird am 23. August um 20 Uhr in der Black Box die Geschichte dieser Siedlung erzählen.

Am Wochenende 30. und 31. August können die Kunstpunkte im Süden erkundet werden. Interessant sind dort die Off-Ateliers, die von den Künstlern häufig selbst bespielt werden. Dort gibt es Performances oder Musik zu genießen, wie im Glashaus am Worringer Platz.

32 Off-Räume beteiligen sich in diesem Jahr, darunter das "damen&herren", das am 29. August schon vorab einige der Werke präsentiert, die am nächsten Tag zu sehen sind. Dort kann man sich vielleicht schon ein paar Favoriten aussuchen. Jenseits der Düsseldorfer Künstlerateliers lohnt sich sicherlich auch ein Besuch bei den Gastkünstlern aus Toulouse, Ein Hod (Israel), aus Belgrad und Zagreb.

Auch die 18. Auflage der Kunstpunkte bietet dem Kunstfreund also genug Ziele - vielleicht nicht ganz so viele, wie der Sternenhimmel des Flyers suggeriert, aber mehr als genug für einen Gang mit der Kunst.

Ein persönlicher Tipp am Schluss: Norika Nienstedt, Ackerstraße 29 a, (23. und 24. August) - skurril und poetisch.

(RP)