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Marlene Monteiro Freitas stellt im Tanzhaus „Mal" vor

Tanz-Premiere : Teuflische Abende im Tanzhaus

Die kapverdische Choreografin Marlene Monteiro Freitas stellt im Tanzhaus NRW ihre Produktion „Mal – Embriaguez Divina“ an drei Abenden vor.

Das Böse, Unheimliche, Animalische hat Marlene Monteiro Freitas für ihre aktuelle Choreografie „Mal – Embriaguez Divina“ genauer unter die Lupe genommen. Zu sehen ist sie von diesem Freitag bis Sonntag im Tanzhaus NRW. Freitas hat sich mit bildgewaltigen und opulenten Produktionen einen Namen gemacht und zahlreiche Preise dafür bekommen, unter anderem 2018 den Silbernen Löwen für Tanz der Biennale di Venezia.

International Furore machte die auf den Kapverden geborene Choreografin mit ihrer letzten Arbeit unter dem Titel „Bacchae – Prelude to a Purge“. Mit der ekstatisch-karnevalesken Inszenierung begeisterte sie 2019 das Publikum in Tanzhaus NRW. Mit „Mal – Embriaguez Divina“ knüpft Freitas nun daran an. Diesmal steht nicht die Ekstase im Zentrum, sondern das Böse; das portugiesische Wort dafür ist „Mal“. In allen Kulturen gibt es dafür Symbole und Personifizierungen. In Märchen und Mythen sind es die Hexen, Zauberer und der Teufel schlechthin.

Das Böse manifestiert sich auch in Gewalt, im Animalischen und einer vermeintlich „unheimlichen“ Sexualität. Frauen haben in der Geschichte immer wieder die Zuweisung des Bösen erfahren müssen. Sie sollten den bösen Blick haben und wurden als Hexen denunziert. Das Böse bedeutet auch Leid, Qual, Horror und einen göttlichen Wahn („Embriaguez Divina“). In ihrer Tanzperformance beleuchtet die Choreografin die facettenreiche Definition des Bösen, wie man es von ihr kennt, eindringlich und mit einer anspielungsreichen (Bild-)Sprache.

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Der Begriff des Bösen sei ihr erstmals auf einem Buchrücken ins Auge gesprungen, und es sei für sie wie eine Offenbarung gewesen, so erzählte die 43-Jährige kürzlich, was sie zu ihrer aktuellen Arbeit inspiriert habe. Sie begab sich auf Spurensuche, um dem Thema von allen Seiten auf den Grund zu gehen. Die Recherche habe sie mitunter erschreckt, schockiert und ob der Absurdität tragischer Verbindungen überrascht, sagt Freitas rückblickend.

Ursprünglich sollte die Produktion an den Münchner Kammerspielen Premiere feiern, um dann auf Festivaltour durch Europa zu gehen. Corona machte ihr einen Strich durch die Planung. Derzeit tourt sie mit ihrem Ensemble und macht für drei Tage in Düsseldorf Station.

www.tanzhaus-nrw.de