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Markus Luigs und seine kuriosen Objekte

Auf Tour durch die Innenstadt : Markus Luigs und seine kuriosen Objekte

Der Fotograf schlendert oft mit seiner kleinen Kamera durch die Stadt. Seine „Düsseldorfer Perlen“ findet er dabei meistens zufällig.

Wenn Markus Luigs durch die Stadt flaniert, hat er immer seine Kamera dabei. Seine Motive? Selten etwas, das ins Auge springt. Es ist der Blick auf Details. „Manche Gebäude rufen einem förmlich entgegen, los, fotografier‘ mich“, ist der studierte Designer überzeugt. „Da bin ich raus. Das können andere weitaus besser als ich“, so stapelt er tief. Denn das, was er mit seiner Digitalkamera so einfängt, begeistert immer mehr Menschen, die ihm etwa auf Instagram folgen oder in seiner Galerie in Flingern reinschauen. „Düsseldorfer Perlen“ nennt Markus Luigs seine Bilderserien. Ihm gefällt der Gedanke, dass die Vorstellungen darüber, was „Perlen“ sein könnten, von dem was er darunter versteht, abweichen.

Wir treffen uns am Kirchplatz, um auf Motivsuche in Unterbilk zu gehen. „Suche“ trifft es jedoch nicht ganz, denn: „Ich gehe nicht bewusst auf Fototour. Vielmehr lasse ich mich treiben“, sagt der Mann mit der Schiebermütze, seinem Markenzeichen. „Manchmal streife ich stundenlang durch ein Quartier und mache kein einziges Bild“, verrät der gebürtige Leichlinger. Oft läuft er Strecken mehrfach ab, bevor er auf den Auslöser seiner Kamera drückt. „Ich mache nur ein Bild. Wird es nicht gut, ist unscharf oder gefällt mir nicht, lösche ich es wieder.“ Ärgert es ihn nicht, wenn ein Foto nichts wird? „Nein“, wehrt er ab. „Ich bin ein fauler Mensch. Die Digitalfotografie verleitet dazu, viel zu viele Bilder zu machen, die hinterher gesichtet werden müssen. Das ist mir zu viel Arbeit.“

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Morgens sei das Licht am besten. Aber er stromere auch gerne im Regen durch die Straßen, verrät Luigs. Großes Equipment ist nicht sein Ding. Luigs Einblick in seine Vorgehensweise: „In der Stadt immer nur eine kleine Digikamera, um nicht aufzufallen.“

Vom Kirchplatz aus führt unsere Wanderung durchs Quartier über die Elisabethstraße. In einer ehemaligen Tankstelle ist eine Weinhandlung unterbracht. Die geflieste Mauer entpuppt sich auf den zweiten Blick als aufgeklebte Fassade. Kein Fotomotiv für Luigs. Wir wandern die Bachstraße hinunter. Hinter einem vergitterten Fenster liegt ein riesiger Stofftiger. Das könnte ein Bild für Luigs wert sein – oder das alte Bahnwärterhäuschen an der Benzenbergstraße? Nein, kein Finger auf dem Auslöser, aber: „Es kann sein, dass ich noch ein paar Mal hier entlang laufe und dann doch ein Foto mache.“ Auf der Bilker Allee bleibt er plötzlich stehen. Sein Blick schweift über den Platz um die Bilker Kirche. Dahinter steht ein vor dem Zweiten Weltkrieg gebautes Haus ohne Dachstuhl. Weiter rechts erheben sich die RWI-Gebäude. „Mir gefällt die Perspektive aus drei verschiedenen Epochen“, erklärt er sein Fotomotiv.

Unser Weg führt durch die Neusser und dann auf die Lorettostraße. Sein nächstes Foto wird ein leerstehendes Ladenlokal zeigen. „Das Geschäft hat einem Freund gehört“, sagt Luigs.

Sein Designstudium habe wohl seinen Blick auf die Welt geprägt, ist der Fotograf überzeugt. Klare gerade Linien finden sich deshalb häufig in seinen Bildern.

Inzwischen schlendern wir über den Fürstenwall. An der Fassade eines Eckhauses an der Friedensstraße entdeckt der Fotograf abstrakte Kunst, die er gleich im Bild festhält. „Sowas gefällt mir“, meint er. „Mir ist schon klar, dass viele nicht verstehen, was ich mit der Kamera einfange“, gibt er zu. Begründen, warum er aus einer Wand hängende Kabel fotografiert oder eines der Fenster einer Marktbude, kann er nicht. „Ich denke da nicht drüber nach.“ Er agiere allein aus dem Bauch heraus. Menschen? Nein, die fotografiert er nicht gern. Nur wenn es ein Auftrag ist.

Wir sind wieder am Ausgangspunkt unseres Streifzugs angekommen. Zwei Stunden sind vergangen. Markus Luigs wird seine Ausbeute dieses Vormittags gleich am Computer sichten und später in den sozialen Netzwerken posten. Wird er wiederkommen? „Auf jeden Fall. Ich lasse mich gerne treiben und entdecke immer wieder etwas Neues, selbst wenn ich schon unzählige Male an einem Ort gewesen bin.“