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Love Machine spielen bei New Fall Festival in Düsseldorf

New Fall Festival im Ehrenhof : Alles neu bei Love Machine

Die Düsseldorfer Band „Love Machine“ waren am Mittwochabend zu Gast beim New Fall Festival. Ein Konzert mit fulminanten Songs, düsteren Passagen und einigen Überraschungen.

Träumerische, verspielte Piano-Klänge. Dann ein Knall, das Schlagzeug macht sich bemerkbar, auch E-Gitarren und Bass setzen kraftvoll ein. „Once I had a little Bird“, singt Marcel Rösche mit seiner schweren Bariton-Stimme, die die Songs seiner Band Love Machine kennzeichnen. Mit seinen fünf Bandkollegen steht er auf der Bühne des New Fall Festivals, das gerade seine Summer Edition vor dem NRW-Forum im Ehrenhof feiert.

Der Himmel über dem roten Backsteingebäude hat sich zugezogen, es sieht nach Unwetter aus. Die meisten der 200 Zuschauer des ausverkauften Konzerts gucken aber nicht nach oben, sondern haben sich schon von der groovigen Einlage einnehmen lassen, die die Band vorne auf der Bühne unter dem weißen Zeltdach gibt. Zwischendurch ertönt immer wieder ein Zwitschern, Marcel Rösche pfeift ins Mikro und die anderen tun es ihm nach. Tropische Klänge sind das, zwischen rockigen Sounds, passend dazu überfliegen ein paar Düsseldorfer Papageien den Ehrenhof.

Rösches Stimme ist den Fans der Düsseldorfer Band vertraut, genauso wie die lebendige Bühnen-Performance. Ein paar andere Dinge haben sich geändert: Bart und Haare sind ab, nicht nur beim Frontmann. Außerdem hat die Band einen Neuzugang – eben jener, der das Konzert einläuten durfte: Jan Lammert bereichert die Band seit Mai vom Keyboard aus. Die sechs Musiker harmonieren gut, und Moderator Klaus Fiehe, der die Band angekündigt hat und „hin und wech“ von ihr ist, sagt zu Jan: „Du bist neu in der Band, und du tust ihr unwahrscheinlich gut.“

Nicht nur Look und Band-Komposition haben sich geändert, noch etwas ist anders: Love Machine singen zum ersten Mal auf Deutsch. Ihre neue, Ende Mai veröffentlichte Single „Liebesdrama“ spielen sie im Ehrenhof als dritten Song. Auf der Stelle treten, nicht vorwärtskommen, sich nicht binden wollen – davon handelt er, und von vertanen Chancen. Jan Lammert zeigt in einem Piano-Solo, was er kann, und das gefällt seinen Kollegen auf der Bühne – und den Zuschauern offensichtlich auch.

Nach zwei weiteren deutschsprachigen Songs erzählt Rösche, dass die Band vor Kurzem gefragt worden sei, warum ihre Lieder nicht politisch sind. „Das hat gesessen. Und deswegen haben wir dieses Lied geschrieben.“ Der Song, der folgt, handelt von einer Dunkelheit, die sich breitmacht und von 100 Jahren Frieden, die noch so weit und unerreicht sind. Viel mehr Text gibt es nicht, die Passagen wiederholen sich, doch bevor man den Gedanken zu Ende denken kann, dass ihnen wohl nicht so besonders viel Politisches eingefallen ist, singt Rösche: „Nie wieder“. Es klingt mahnend, die Musik wird dramatischer und lauter, er wiederholt es zwei Mal, bevor er die Worte zum Schluss mit einer Intensität brüllt, die zeigt: Es ist der Band ernst.

Kurz darauf switcht der Gesang wieder zum Englischen, und man kann es nicht anders sagen: Gegen die melancholischen, eher düsteren deutschen Lieder sind die englischen energiegeladener, rockiger, ausgeflippter. Die Zuschauer gehen voll mit, viele sind aufgestanden und tanzen, natürlich corona-konform, auf der Stelle. Direkt vor der Bühne sitzen die Jungs von „Neumatic Parlo“, die als Vorband für einen rockigen Start in den Konzertabend gesorgt haben.

Nach knapp einer Stunde und 13 Songs verabschieden sich Love Machine von der Bühne, sie versuchen es zumindest – das Publikum fordert eine Zugabe und bekommt sogar zwei. Die eine fulminant, Rock ’n’ Roll, E-Gitarren-Solo, Löwengebrüll. Die andere – ein deutscher Song – ruhig und irgendwie kurios.

Und das ist wohl das, was Love Machine ausmacht: Sie lassen sich in keine Schublade stecken und überraschen ihre Fans immer wieder aufs Neue.