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Literatur aus Düsseldorf: Ingo Bott schreibt Krimi mit Kult-Potenzial

Autor Ingo Bott ist Strafverteidiger : Düsseldorf-Krimi hat Kult-Potenzial

Ein Mord in Düsseldorfs High Society, eine Verdächtige ohne Alibi und ein Strafverteidiger mit einem aussichtslosen Fall. Aus diesen Zutaten mixt Ingo Bott seinen Pageturner „Pirlo – gegen alle Regeln“, der Auftakt zu einer Serie, die verfilmt werden soll.

In seiner Villa in Stockum wird der Bauunternehmer Florian von Späth erstochen aufgefunden. Seine Frau Marlene, von Polizei und Staatsanwaltschaft schnell als Hauptverdächtige ohne Alibi ausgemacht, hüllt sich in Schweigen. Ihre Verteidigung übernehmen Anton Pirlo und seine Kollegin Sophie Mahler. Eine harte Nuss für die Anwälte, die sie mit Strategie und nicht ganz legalen Tricks zu knacken versuchen.

Regio-Krimis boomen. Die Leser lieben Geschichten, die an Orten spielen, die sie kennen. Doch „Pirlo – gegen alle Regeln“ in diese Schublade stecken zu wollen, wäre zu kurz gegriffen. Düsseldorf ist nicht bloß Kulisse, vielmehr ist die Stadt mit ihrer Vielfalt Teil der Handlung. Als Protagonisten hat sich Ingo Bott keinen Detektiv oder Kommissar ausgedacht, sein Pirlo ist Anwalt, genauer gesagt: Strafverteidiger. Wie Bott selbst.

Die Kapitel sind knackig, die Sprache rau, das Tempo hoch. Kino-Fan Bott schreibt so szenisch, dass der Leser mitten im Geschehen ist. Er sitzt mit Pirlo im Gericht, ärgert sich mit ihm über eine Mandantin, die keine Aussage machen will, und sieht ihn förmlich vor sich, wenn er mit Kollegin Mahler in seiner Wohnzimmerkanzlei die Verteidigungsstrategie plant.

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„Pirlo – gegen alle Regeln“ lässt sich auch nicht in das Genre der Gerichtsthriller einordnen, wie sie Ferdinand von Schirach schreibt. Bei Botts Roman blitzt eher ein wenig John Grisham durch, nur frecher, mit einem Spritzer Humor und einem Strafverteidiger als Antihelden, der ein gut gehütetes Geheimnis hat. Sein Name: ein Pseudonym. Seine Familie: nicht wirklich vorzeigbar, weil dem in illegale Machenschaften verstrickten Khatib-Clan angehörend. Seine Reputation könnte sehr gut sein, hätte er sich nicht mit einer Großkanzlei überworfen.

Wie viel Bott in Pirlo steckt? Das will der Autor nicht verraten. Parallelen gäbe es sicher. „Wie er habe ich auch mal eine Wohnzimmerkanzlei gehabt, während ich einen Mandanten im Loveparade-Prozess vertreten habe“, sagt er. Rein optisch könnten der Romanheld und sein Erfinder sein. Lange schwarze Haare, Vollbart, im Auftreten geradeheraus.

 Der Autor und Strafverteidiger Ingo Bott hat etwas von sich selbst in seinen Romanhelden Pirlo einfließen lassen – auch optisch.
Der Autor und Strafverteidiger Ingo Bott hat etwas von sich selbst in seinen Romanhelden Pirlo einfließen lassen – auch optisch. Foto: Verlag Fischer Scherz

Bott hat Düsseldorf nicht ohne Grund als Schauplatz seiner Serie gewählt. Der Strafverteidiger lebt und arbeitet seit vielen Jahren in der Landeshauptstadt. „Hier kenne ich mich aus, und Düsseldorf hat so viel zu bieten. Reichlich Stoff für weitere Bücher“, ist der 38-jährige überzeugt. Der nächste Fall ist bereits in Arbeit. Filmrechte werden ebenfalls schon verhandelt.

Deshalb setzt Bott auch in seinen Geschichten darauf, echte Kneipen, Bars oder Restaurants und reale Personen zu nennen. „Mir gefällt die Idee, dass die Leser später die Wege ablaufen, die Pirlo gegangen ist.“