Literarischer Sommer 2019: So wird Lyrik festivaltauglich

Festival : Literarischer Sommer stellt Lyrik in den Mittelpunkt

Die Lyrik ist ein schwieriges und nicht besonders häufig gelesenes Genre. Trotzdem haben die Veranstalter des Literarischen Sommers es zum 20. Geburtstag ihres Festivals zum Schwerpunkt gewählt: Bei 44 Veranstaltungen in acht deutschen und sieben niederländischen Städten wird es bis zum 17. September einen Querschnitt durch die Lyrik geben, und auch die aktuelle deutsche und niederländische Literaturszene wird vertreten sein.

Düsseldorf ist zum zwölften Mal mit dabei, hier werden sieben Veranstaltungen im Rahmen des Literaturfestivals stattfinden.

Im Sommer vor 20 Jahren war in Krefeld, Mönchengladbach und Neuss kulturell nichts los. Die dortigen Stadtbibliotheken kamen daher auf die Idee, das mit ein paar Lesungen zu ändern. Bei den insgesamt zehn Veranstaltungen konnten die Veranstalter jeden Besucher noch mit Handschlag begrüßen. Mit den Jahren kamen immer mehr Partner hinzu, auch aus den Niederlanden. Das Festival wurde Kult und hatte bald ein Alleinstellungsmerkmal: die Verbindung zur niederländischen Literaturszene. 2019 sind neben den Gründungsstädten auch wieder Aachen, Düsseldorf und Rommerskirchen mit dabei – alle drei sind bereits seit elf Jahren beim Literarischen Sommer vertreten. Neu dazugekommen ist Korschenbroich.

„Das Veranstaltungsformat ist beim Thema Lyrik natürlich schwierig“, sagt Maren Jungclaus vom Literaturbüro NRW. Trotzdem habe man es gewagt. Wichtig sei, dass nicht nur Gedichte trocken vorgetragen werden. Vielmehr versuche man mit Visualisierungen und Gesprächen zu arbeiten. „Manche Lyriker wiederholen ihre Gedichte auch“, sagt Jungclaus.

In Düsseldorf laden das Literaturbüro NRW im Gerhart-Hauptmann-Haus zu drei und die Zentralbibliothek am Bertha-von-Suttner-Platz zu zwei Lyrik-Lesungen ein. Auch das Heine-Haus und Park-Kultur an der Oststraße werden zu Veranstaltungsorten. So wie Krefeld es seit Jahren durchziehe, versuche nun auch Düsseldorf Veranstaltungsorte zu wählen, die zu den Büchern passen, sagt Jungclaus. „Da haben wir zum Beispiel am 6. August die Zentralbibliothek für ‚Der Dorfgescheite. Ein Bibliothekarsroman’ von Marjana Gaponenko.“ Das Thema „Stadt“ wird in der foto-lyrischen Anthologie „Poing“ von den Düsseldorfer Künstlerinnnen Pia Helfferich und Christina Müller-Gutowskian in der Park-Kultur behandelt. Dabei wechseln sich Lesung und Fotoprojektionen ab, urbane Räume werden sichtbar.

In Düsseldorf endet der Literarische Sommer am 29. August mit dem Lyriker Durs Grünbein. Er liest aus seinem Buch „Aus der Traum (Kartei) – Aufsätze und Notate“, eine Sammlung von Traumnotizen, Reden, Gedichten und Vorträgen.

Info Karten kosten pro Veranstaltung zehn Euro, ein Festivalticket gibt es für 40 Euro, ermäßigt 30 Euro. Kartenreservierung und Vorverkauf telefonisch unter 0211 20054294 oder im Internet unter: www.literarischer-sommer.eu

Mehr von RP ONLINE