Lioncage hat sich über Düsseldorf hinaus eine Fan-Gemeinde erspielt.

Classic Rock mit Lioncage : Rockstars mit Anfang 50

Die Band Lioncage hat sich durch ungezählte Auftritte eine Fan-Gemeinde erspielt.

Der Stehtisch in einer Düsseldorfer Traditionskneipe ist ein guter Ort, um über die Bierlaune zu philosophieren. Aus der heraus sei nämlich seine Band Lioncage entstanden, sagt Thorsten Bertermann, Sänger der Band. „Wir wollten einfach Musik machen, die wir früher geil fanden.“ In Jugendtagen hatten sich die Cover-Musiker bei Auftritten kennengelernt. 20 Jahre später trafen sie sich bei einem Rock-Festival wieder: Warum nicht einfach eine Band gründen? Den Plan, nun eigene Musik zu machen, habe er zunächst belächelt, gibt der Sänger zu. Doch dann nahmen sie die erste CD auf, Classic Rock ist darauf zu hören, und kurze Zeit später bekam Lioncage das Angebot einer Plattenfirma. Ein Traum ging in Erfüllung – mit Anfang 50.

Begonnen hat Bertermanns Musikerkarriere im Paderborner Land. Es waren die 80er Jahre, er war 20 und begleitete seinen besten Freund zu einer Bandprobe. „Es ging auf einer alten Holztreppe in den Keller. Im Nebenraum bluteten Karnickel aus.“ Zu Beginn stand er noch hinterm Mischpult, doch bald wurde ein Sänger gesucht. Bertermann griff zum Mikrofon. Jedes Wochenende war er fortan unterwegs, manchmal bis nach Schleswig-Holstein, obwohl er am Montagmorgen um acht Uhr bei der Arbeit sein musste.

„Ich bin eine Rampensau“, sagt Bertermann. Deshalb wollte er schon nach der ersten Platte mit Lioncage live auftreten. Nun trifft er backstage mitunter Helden der Jugend. „Bei einem Konzert spielte Dan Reed. Seine Musik habe ich früher aus dem Radio auf Kassette aufgenommen.“ Jenseits der Auftritte sehen sich die Lioncage-Musiker nur selten. Sie leben in Düsseldorf, Hamburg und Ostwestfalen, gemeinsames Proben ist fast unmöglich. Aber Lioncage haben einen Weg gefunden, Songs zu schreiben. „Unser Gitarrist fängt an und nimmt ein paar Takte auf“, erklärt der Sänger. „Die schickt er weiter, und wir überlegen, wie der Gesang oder das Schlagzeug dazu klingen könnte.“

Durch ihre langjährige Erfahrung in Cover-Bands ist der Freundeskreis groß. So kommt es, dass viele Songs in Zusammenarbeit mit anderen Musikern entstehen. Neben Neil Murray, ehemaliger Bassist von Black Sabbath, ist auch Anya Mahnken dabei, die als Background-Sängerin schon mit Unheilig zusammengearbeitet hat.

Fans haben die „Löwen“ nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Über das Internet gelangen die Gitarrensounds sogar bis nach Südamerika: Ein brasilianisches Internetradio fragte, ob die deutschen Musiker nicht einen Jingle einspielen könnten. „Das ist dann der wahre Lohn der Arbeit“, stellt Bertermann stolz fest. Denn von ihrer Kunst leben können die Musiker nicht. „Es ist unser Hobby, in das wir reinbuttern. Aber wir machen das gern“, sagt Bertermann.

Info Der nächste Auftritt der Band Lioncage ist am 5. April im Steinbruch in Duisburg.

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