Düsseldorf: Kunstpalast Direktor warnt vor Zensur in Museen

Düsseldorf: Kunstpalast Direktor warnt vor Zensur in Museen

Felix Krämer, Direktor des Museums Kunstpalast, hat in einem Interview mit WDR 5 erklärt, wieso das Museum Bilder von Chuck Close ausstellen wird. Dem amerikanischen Künstler wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. In den USA hatte die National Gallery in Washington deswegen eine Ausstellung mit dem Künstler abgesagt. Im Museum Kunstpalast werden zwei Werke des Fotografen im März in der Ausstellung "Black and White", zu sehen sein. Schon als die Vorwürfe publik wurden, hätte man diskutiert und sich dafür entschieden, die Arbeiten natürlich zu zeigen, sagte Krämer dem WDR. "Ich denke, dass es die Aufgabe der Museen ist, Werke zu zeigen und auch zu einer Diskussion anzuregen.

Es ist aber nicht die Aufgabe von Museen, moralische Urteile zu fällen." Würde man dies weiterdenken, dürften etwa auch keine Bilder von Nolde als überzeugtem Nationalsozialist mehr gezeigt werden. Es sei fatal, wenn es jetzt eine Debatte gebe, die in Richtung Zensur gehe, so Krämer. Die MeToo-Debatte hat auch die Kunstszene erreicht. Kürzlich hat die Hamburger Deichtorhallen eine geplante Ausstellung von Bruce Weber nach Belästigungsvorwürfen gegen den amerikanischen Fotografen vorläufig abgesagt.

(RP)