1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

Kultursalon in Düsseldorf: "Absolut Jansen" - Besuch in der Galerie Kellermann

Kultursalon der Rheinischen Post : Kunst für kritische Geister

In der Galerie Kellermann machte sich der RP-Kultursalon ein Bild vom Werk des Künstlers Marcus Jansen.

Marcus Jansen macht durchdachte Kunst: Da ist einerseits die Abstraktion, andererseits aber auch die Kritik, da sind gesellschaftliche Fragen, die er stellt. Keines seiner Bilder ähnelt dem anderen, sie alle fragen nach etwas anderem – und benutzen doch dieselbe Sprache.

„Urban Expressionism“ wird die Stilrichtung genannt, der Jansens Bilder zuzuordnen sind. Im Kultursalon der Rheinischen Post, der in Kooperation mit dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband stattfindet, kamen die Besucher Jansens Kunst nun näher. RP-Autor Bertram Müller gab zunächst einen Überblick zur Person Marcus Jansen – der amerikanische Künstler lebte viele Jahre in Deutschland. Anschließend führte Galerist Matthias Kellermann durch die Ausstellung „Absolut Jansen“, die zurzeit in seiner Galerie in Oberkassel zu sehen ist.

Kellermanns Fokus lag dabei insbesondere auf der Symbolsprache, die Jansen verwendet und die er aus der Street Art aufgegriffen hat. Da sei beispielsweise der Autoreifen, der in sehr vielen seiner Bilder vorkomme, sagte Kellermann. Der Autoreifen sei vielseitig interpretierbar: Als Kreis, also als Zeichen der Unendlichkeit und Perfektion. Oder als Symbol für den technischen Fortschritt, für die Zivilisation, als Rettungsring. Oder als das genaue Gegenteil, als technischer Niedergang. Häufig seien ja gerade Autoreifen am Straßenrand die ersten Vorboten von Krise, Krieg oder Gefahr.

  • Interview mit Marcell Jansen in der Rheinischen Post
  • Düsseldorf : Mit dem Kultursalon zum Rockkonzert
  • WM-Gipfel : Rolfes, Neuville und Grings zu Gast bei der Rheinischen Post
  • Fotos : Thomas Oppermann im Interview bei der Rheinischen Post
  • Fotos : Watzke zu Gast bei der Rheinischen Post
  • Besuch : Rotarier bei der Rheinischen Post

Für Marcus Jansen spielt Gewalt eine große Rolle. Schließlich war der US-Amerikaner, der in Mönchengladbach zur Schule ging, als GI im ersten Golfkrieg. Und kehrte traumatisiert zurück. Daher auch die Zielscheiben, die auf vielen seiner Figuren, auf Menschen wie Tieren gleichermaßen, zu sehen sind.

Ob aktuelle Politik mit einer an Trump erinnernden Figur als Herrscher der Welt oder die Erde als Mondlandschaft infolge des Klimawandels – immer sind seine Arbeiten auch gesellschaftskritisch. Selbst kritisch denken, nicht alles für die Wahrheit nehmen, das ist Jansen wichtig. Seine Kunst ist eine, die das Verlassene, das Hässliche, das Verkommene der Menschen zeigt und doch nicht bedrückt, sondern das eigene Denken bereichert und erweitert.

Nach diesen Betrachtungen war es dann der Höhepunkt des Abends, mit Jansen selbst ins Gespräch zu kommen. Allerdings nicht in Person, sondern per Videotelefonat in die USA, selbstverständlich auf Deutsch. Obwohl Jansen am Morgen von Kopfschmerzen geplagt wurde, lässt er sich willig interviewen. Er erzählt von seiner Liebe zum rebellischen Expressionismus der „Brücke“, ein Einfluss, der sich auch in seinen Bildern erkennen lässt. Und dass er am Rheinland das Essen am meisten vermisse.