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Veranstaltungs-Tipps: Kultur für Kurzentschlossene

Veranstaltungs-Tipps : Kultur für Kurzentschlossene

Tango in der Jazz Schmiede, wilde Kerle in der Oper und alte Tänze im Tanzhaus - Tipps für einige kulturelle Veranstaltungen, für die es noch Karten gibt.

In der Tonhalle Die beiden jungen Künstler, Danae Dörken und Lahay Shani, zieht es wieder nach Düsseldorf. Am Freitag, 20 Uhr, und Sonntag, 11 Uhr, geben die Pianistin, deren musikalische Ausbildung in Düsseldorf ihren Anfang nahm und der Dirigent, der zum Chef der Rotterdamer Philharmoniker gewählt wurde und seit kurzem designierter Musikdirektor des Israelic Philharmonic Orchestra in Tel Aviv ist, ein Konzert. Gemeinsam mit den Düsseldorfer Symphonikern spielen sie in der Tonhalle, Ehrenhof 1. Neben Mozarts Klavierkonzert in C-Dur erklingt die erste Symphonie von Prokofjew sowie Skrjabins "Le poème de l'extase" - ein Orchesterwerk, dem der Komponist ein selbstgeschriebenes Gedicht zu Grunde legte.

In der Jazz Schmiede Das TangoX-Quartett, mit Johanna Schmidt, Bart Rademakers, Stefan Berger und Stefan Kremer, begeistert das Publikum durch sein Zusammenspiel, die interaktive Kommunikation zwischen den Musikern und durch den eigenen Spaß auf der Bühne. Tango - eine Musik, deren emotionales Spektrum zwischen Leidenschaft und Aggression, Erotik, Hingabe aber auch Verletztheit und tiefer Einsamkeit liegt - ist bunt, vielfältig und offen für Neues. Am Donnerstag, 20 Uhr, präsentieren die Musiker in der Jazz Schmiede, Himmelgeister Straße 107g, ein Programm, das bekannte Tangos und eigene Kompositionen vereint.

In der Kunsthalle "Carne Vale!", die Produktion von Ben J. Riepe wird am Samstag, 18.30 Uhr, und Sonntag, 20.30 Uhr, in der Kunsthalle, Grabbeplatz 4, aufgeführt. Im Fokus der Inszenierung steht der menschliche Körper. Riepe stellt ihn aus, verhüllt ihn, entblößt ihn, experimentiert mit Formen einer universellen nonverbalen Sprache. Der freischaffende, mehrfach ausgezeichnete Choreograph Ben J. Riepe betreibt eine eigene Produktionsstätte in Düsseldorf und entwickelt zurzeit ein Stück für das Ballett am Rhein: "Environment" wird im April im Opernhaus zu sehen sein.

In der Oper Generationen von Kindern kennen Maurice Sendaks Bilderbuch-Klassiker "Wo die wilden Kerle wohnen" von 1962. Für die Vertonung des nur 333 Wörter umfassenden Buches durch den britischen Komponisten Oliver Knussen schrieb Sendak selbst das Libretto. Der Komponist malte die Welt der wilden Inselbewohner in an Debussy und Ravel erinnernden leuchtenden Klangfarben aus. Die wilden Kerle singen sogar in einer eigenen Fantasiesprache, welche die Autoren eigens für ihre Oper erfunden haben. Inzwischen gilt ihr 1984 uraufgeführtes Werk als Klassiker der Familienoper des 20. Jahrhunderts. Nun feiert es seine Premiere am Sonntag, 11 Uhr, in der Deutschen Oper am Rhein, Heinrich-Heine-Allee 16a.

Im Tanzhaus Tradierte Tänze aus allen fünf Kontinenten sind laut der Choreografin Amanda Piña ein Ort des Wissens über Mensch, Umwelt und Beziehungen, der über die Sprache hinausreicht. Mit "Dance & Resistance" widmet sie sich deshalb Tänzen, die im vergangenen Jahrhundert überall auf der Welt als "rituell" bezeichnet wurden, in ethnografischen Studien dokumentiert und in Zeiten der Kolonisation verboten oder bis zur Unkenntlichkeit in andere Formen gepresst wurden. Amanda Piña holt die Tänze in die Gegenwart und der bildende Künstler und Filmemacher Daniel Zimmermann hat dafür eigens einen Raum gestaltet. Die Aufführungen sind am Samstag, 20 Uhr, und am Sonntag, 18 Uhr, im Tanzhaus NRW, Erkrather Straße 30.

(RP)