Künstler Mauricio Limon zeigt Maskenkunst in der Galerie Wild Palms

Ausstellung : Fade Kritik an der Kunstwelt

Künstler Mauricio Limon zeigt Maskenkunst in der Galerie Wild Palms.

Auf dünnen, mannshohen Stahlstäben ruhen in einem Halbkreis 26 Holzmasken. Satirische Überzeichnungen von mächtigen Personen sind diese Gesichter, mit blasser Haut und bunten Hervorhebungen. Dabei erinnert die Farbgebung dieser Masken aus feinem, wohlriechenden Pinienholz an traditionelle mittelamerikanische Handwerkskunst – wenn da nicht die untypisch blasse Hautfarbe wäre. Denn der mexikanische Künstler Mauricio Limon hat sich zu seiner Ausstellung „Wrong Dress in Plumps of Smoke“ in der Galerie Wild Palms von der flämischen Barock-Malerei inspirieren lassen. Aus der Darstellung der weißen Haut in der Malerei des Goldenen Zeitalters entwickelt Limon ein satirisches Panoptikum aus weißen, mächtigen Menschen-Masken, die die Machtstrukturen der (Kunst-) Welt repräsentieren.

Entstanden sind die Masken aus kleinen Skizzen, die Limon bei Interviews mit Kunsthistorikern, Medienmachern und Kuratoren aber auch Fensterputzern angefertigt hat. Aus diesen ironisch und klischeehaft überzeichneten Darstellungen ließ der Künstler von einem mexikanischen Holzschnitzmeister die Masken anfertigen. So will Limon Machtstrukturen rekonstruieren und die Oberflächlichkeit der Erscheinung des Individuums herunterbrechen. Zur Unterfütterung seiner Idee zeigt der 40-jährige Limon in seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland ein Video. Darin übernimmt ein Schauspieler mit Maske die Rolle eines alternden Kulturtheoretikers. Genauso wie der Maskenschnitzer soll er ein Meister seines Faches, also ein auf Masken spezialisierter Schauspieler, sein.

Abgehoben und sinnentleert spricht dieser eingekaufte Schauspieler über Objektivität. Diese Kritik an der Kunstwelt ist leidlich unterhaltsam. Denn der Konzeptkünstler arbeitet selbst mit sehr ähnlichen Buzzwords, die er seinem Kunsttheoretiker in den Mund legt. Limon überkonstruiert seine Kritik an der Hand, die ihn nährt, so sehr, dass man irgendwo zwischen der Erklärung seiner künstlerischen Beweggründe den Faden verliert. In Zeiten von globaler Klimaerwärmung, Kriegen, Vertreibung und Flucht scheint die ewig gleiche Kritik an der Kunstwelt allmählich zu einer banalen und undurchdachten Geste zu werden.

Ohne die ganze konzeptuelle Konstruktion wären die Masken schöne und handwerklich toll gemachte Stücke, die man sich sehr gerne ins Wohnzimmer hängen könnte.

Info Die Ausstellung ist vom 7. bis
13. Dezember bei Wild Palms, Gerresheimer Straße 33, zu sehen. Am 13. Dezember ist Mauricio Limon selbst anwesend.