Konzeptkünstler Mischa Kuball hat das Buch "res-o-nant" geschrieben.

Mischa Kuball : Das Spiel von Licht, Leere und Musik

Der Konzeptkünstler Mischa Kuball hat ein Buch über seine Arbeit im Jüdischen Museum in Berlin geschrieben.

Es war ein sehr ehrenvoller Auftrag für den Düsseldorfer Konzeptkünstler Mischa Kuball. Vom 17. November 2017 bis zum 1. September 2019 sollte er einige unterirdisch gelegene Teile des Jüdischen Museums Berlin mit einer Licht- und Klanginstallation bespielen. Ursprünglich hatte man dort auf einer Fläche von 400 Quadratmetern das Rafael Roth Learning Center eingerichtet. Doch 15 Jahre nach der Eröffnung des von Daniel Libeskind entworfenen Baus suchte man nach einer Neukonzeption.

Die Vorbereitungszeit für Mischa Kuballs Berliner Installation war sehr kurz, erzählte der Künstler bei der Vorstellung eines Buchs über das Projekt mit dem Namen „res-o-nant“. Zunächst sei es wichtig für ihn gewesen, die Besonderheit der frei gewordenen Räume zu erforschen. Libeskind hatte im Museum nämlich zwei „Voids“ gebaut. Dies sind zwei Leerstellen, die sich nach oben bis unter das Dach öffnen. Metaphorisch sollten diese „Voids“ für die Nicht-Präsenz jüdischen Lebens nach der Shoah stehen.

Neben diese Leerstellen setzte der 1959 in Düsseldorf geborene Kuball noch weitere Akzente seiner Mischung aus Spiegelung, Licht und akustischen Elementen. Der Band „Resonant“ folgt dem Gesamtkonzept mit den entsprechenden Kapiteln. Neben „Void“ geht es auch um „Space of Experience“, „Sound Space“, „Light“ und „Urban Space“.

Den Resonanzbegriff hatte Kuball zu seinem Thema gemacht, weil er die Libeskindsche Arbeitsweise aufnimmt, Musik und Akustik in Beziehung zu setzen. Für das Gebäude des heutigen Jüdischen Museums formulierte der Architekt sogar den Anspruch, die Fragment gebliebene Oper „Moses und Aaron“ von Arnold Schönberg vollenden zu wollen.

Als Kuball im Sommer 2017 die Räume des ehemaligen Lernzentrums betrat, „sah es dort aus wie in einer westfälischen Sparkasse.“ Zusammen mit den Berliner Kuratoren Kathrin Dreckmann und Gregor H. Lersch sowie Kunsthallen-Direktor Gregor Jansen berichtete er bei der Buchpremiere von dem Entstehen einer großen Konzeptarbeit, die sich dann beinahe zwei Jahre lang im Jüdischen Museum halten sollte.

Eine der Attraktionen von „res-o-nant“ bildeten die „Skits“, dies sind kurze Soundclips, die nach einer öffentlichen Ausschreibung des Museums aus den zahlreichen Einsendungen zusammengestellt wurden. Hierzu schreibt die ehemalige Programmdirektorin Léontine Meijer-van Mensch in dem Buch: „Es mag vielleicht überraschen, aber wir mussten keinerlei antisemitische Beiträge zensieren. Ich glaube deshalb weiter an die Weisheit der Vielen.“

Info Das Buch zur Ausstellung: Mischa Kuball, „res-o-nant“. Sternberg Press, 200 Seiten; Alles über das Jüdische Museum Berlin erfährt man unter:
www.jmberlin.de