Freizeittipp: Kleine Schweine im Wildpark besuchen

Freizeittipp: Kleine Schweine im Wildpark besuchen

Es tut sich was im Wildpark Grafenberg. Die Wildschweine haben Nachwuchs bekommen. Der Nachwuchs bei den Mufflons lässt auf sich warten.

Es ist nötig, etwas genauer hinzusehen. Das borstige Fell der kleinen Frischlinge ist braun-gelb gestreift. Das ist in der Schweinewelt kein modischer Schnickschnack - Mode ist den Tieren nämlich recht wurscht. Vielmehr sind die erdigen Fell-Farben eine gute Idee der Natur. Sobald sich ein junges Wildschwein im Gebüsch oder Gestrüpp ruhig verhält, scheint es optisch mit seiner Umgebung zu verschmelzen. Hungrige Jäger hätten es also schwer, die Jungtiere für ihren Mittagstisch zu fangen. Weil aber Wölfe, Bären, Luchse oder größere Greifvögel im Wildpark Grafenberg eh keinen Einlass haben, haben die jungen Wildschweine nichts zu befürchten. Das lernen die Kleinen schnell, obwohl sie erst Ende März geboren wurden und daher die Lieblinge der menschlichen Besucher sind.

Die Menschen kommen gern in den Wildpark, der ein beliebtes Ausflugsziel ist für Erwachsene und Kinder. Vor allem jetzt im Frühling macht es Spaß, im grüner werdenden Wald spazieren zu gehen und die Tiere zu sehen. Die borstigen Jungtiere gehen schon gern auf Entdeckungstour, treiben allerhand Unsinn und stöbern durch den Park. Gut, dass sie mit ihren Steckdosennasen nichts kaputt machen können. Und überhaupt: Es passt ja noch die Bache auf. Das ist der korrekte Name der Wildschweinmutter, die alle Hufe voll zu tun hat, um ihre Schützlinge immer im Blick zu haben.

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Abhauen können die Frischlinge zwar nicht im Wildpark - aber die Bache hat ja keine Übersicht über das Gelände, außerdem sagt ihr der Instinkt, sie möge gut auf ihren Nachwuchs aufpassen. Zuweilen nämlich landen vor den kleinen Schnauzen ein Apfel, eine Rübe oder eine Kartoffel. Diese und andere Lebensmittel dürfen die menschlichen Besucher an die Tiere verfüttern. Die jungen Wildschweine aber lassen die Rohkost links liegen - für feste Nahrung ist es in den ersten Lebenswochen noch zu früh. Eine bessere Stärkung bietet die Milch der Bache. Noch etwa sechs Wochen säugt die Wildsau ihren Nachwuchs, der dann anfängt, feste Nahrung zu fressen - übrigens nahezu alles, was er findet. Wildschweine sind Allesfresser und verschlingen, was ihnen vor die Nase kommt. Dass ihnen manche Speisen später Bauchschmerzen machen könnten, wissen sie nicht. Daher ist für die Besucher wichtig zu wissen, dass Brot, Nudeln und Süßigkeiten sowieso absolut verboten sind. Die Wildpark-Mitarbeiter erlauben Gemüse, Obst und Kastanien in Maßen. Es sollte vorsichtig an die Tiere gegeben werden, damit nichts längere Zeit liegen bleibt. Die Tiere würden auch Fauliges fressen und sich den Magen verderben.

Haben sich die jungen Wildschweine bei ihrer Mutter satt getrunken, können sie ihren Park-Nachbarn ein "Guten Tag" entgegen grunzen. Bald erwarten auch Rot- und Damhirsche im Park ihren Nachwuchs, der Bambi gleich in wenigen Wochen durch den Park stelzen wird. In einem Raubwildgehege leben auch Füchse, Iltisse und Wildkatzen - europäische Tiere, zu denen nicht der Waschbär zählt. Das Pelztier ist Amerikaner, ist aber vor einigen Jahrzehnten nach Europa und somit auch in den Wildpark Grafenberg eingezogen. Für etwas Exotik sorgen die Mufflons. Die Widder-Tiere stammen aus Korsika und erwarten auch Nachwuchs. "Es kann jede Stunde so weit sein", sagt Wildpark-Chef Björn Porsche. Zurzeit findet es die Tiere wohl noch zu kalt. "Und bei Zwillingsgeburten kann es auch einen Tag länger dauern", sagt Porsche.

(RP)
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