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"Wunder des Alltags": Kinderstück von Peter Licht

"Wunder des Alltags" : Kinderstück von Peter Licht

Was ist an diesem Napoleon alles zu entdecken: Auf dem Kopf trägt er quer einen blauen Toaster mit Rosette, an den Gliedmaßen Reifenteile, einen Bankautomaten als Schutzschild vor der Brust. Eigentlich ist er ja auch ein Transformer – eine dieser Figuren, die Kinder blitzschnell vom Krieger in ein Auto verwandeln und zurück. Ein Hingucker ist aber auch die Spinne in ihrem lila Pelz, dem pummeligen Körper und den vielen Beinen, die sie so elegant sortiert.

Was ist an diesem Napoleon alles zu entdecken: Auf dem Kopf trägt er quer einen blauen Toaster mit Rosette, an den Gliedmaßen Reifenteile, einen Bankautomaten als Schutzschild vor der Brust. Eigentlich ist er ja auch ein Transformer — eine dieser Figuren, die Kinder blitzschnell vom Krieger in ein Auto verwandeln und zurück. Ein Hingucker ist aber auch die Spinne in ihrem lila Pelz, dem pummeligen Körper und den vielen Beinen, die sie so elegant sortiert.

Das neue Stück im Düsseldorfer Jungen Schauspielhaus ist vor allem ein Kostümfest. Die fantasievolle Ausstattung hat Michael Graessner erdacht. Ein Clown, ein Ritter, ein Zahn sowie die Spinne und der Transformer machen sich in "Die Wunder des Alltags" auf, Kindern abstrakte Begriffe wie Arbeit, Geld oder Liebe zu erklären. Geschrieben hat das Stück der Liedermacher Peter Licht, doch glückliche Hand bewies er nicht. Licht versucht, sein Publikum in absurde Welten zu entführen. Er will nicht wirklich erklären, was ein Konto oder Arbeit ist. Lieber denkt er sich schräge Geschichten aus, in denen Arbeitnehmer Lohn verdienen, indem sie Geld von der Wand melken.

Nun muss Kindertheater nicht die "Sendung mit der Maus" ersetzen, doch Gaga-Erklärungen, die kaum einen Funken von Erkenntnis besitzen, langweilen auf die Dauer. Witzige Ideen, wie einen Gegenteil-Tag auszurufen, verliert das Stück aber aus dem Blick. Und wenn der Transformer anhebt, Gott zu erklären, indem er ihn gleichsetzt mit der Luft, die ja auch noch keiner gesehen habe, ist das nur banal. Seemannsgarn kann ja lustig sein, dann hätte sich Peter Licht aber echte Flausen einfallen lassen müssen, keinen müden Unsinn.

Dass die Kinder in der Premiere trotzdem nicht unruhig wurden, ist der fantasievollen Ausstattung der Inszenierung von Peter Kastenmüller zu danken. Und den Schauspielern, die dem Stück immerhin liebenswerte Figuren abringen.

Termine und Karten unter Telefon: 0211 / 369911 Empfohlen ist das Stück für Kinder ab 6 Jahren.

(RP/jco)