Kinderbuch „Affe an der Angel“: Mamaregenrausgehverbot

Kinderbuch „Affe an der Angel“ : Mamaregenrausgehverbot

Stephan Lomp und Jonny Bauer lesen am Sonntag aus ihrem tollen Kinderbuch.

Darko wohnt im achten Stock eines Hauses mit acht Stockwerken, und obwohl wirklich niemand gerne da oben rumhockt, möchte seine Mutter, dass er zuhause bleibt. Es regnet nämlich, ziemlich stark sogar, und irgendwie hört es wohl auch nicht mehr auf zu regnen. Und weil Darko jetzt zwar schlechte Laune hat, aber trotzdem auch viel Fantasie, kommt ihm eine Idee: Er bastelt eine Angel, die hält er aus dem Fenster, und was anbeißt, zieht er hoch. Irgendwann sitzen also ein Pelikan und ein Brüllaffe in seinem Zimmer mit Aussicht, und weil die sprechen können, hat sich das mit der Langeweile rasch erledigt.

„Der Affe an der Angel“ heißt das Kinderbuch, das Jonny Bauer und Stephan Lomp veröffentlicht haben, und es ist eines der seltenen Bücher, die dem Vorleser ebenso viel Spaß machen wie dem Zuhörer. Drei Geschichten versammelt es; Stadt, Tiere und Fantasie spielen in jeder die Hauptrolle, und wer wissen möchte, welcher Geist über diese Seiten weht, möge sich die Schöpfer des Buches am Sonntag um 15 Uhr im Kinderlesezelt an der Königsallee / Ecke Bahnstraße ansehen. Jonny Bauer trägt dort vor, Lomp zeichnet dazu live, und das Ganze Lesung zu nennen, wäre zu wenig: interaktives Happening trifft es besser. Spaßfaktor: enorm.

Die Idee zum Buch ist bei der besten Gelegenheit entstanden, die es dafür überhaupt geben kann: bei einem Kindergeburtstag. Jonny Bauer ging schon seit zehn Jahren mit der Geschichte schwanger (um im Bild zu bleiben), beide planten zunächst ein Bilderbuch. Der Verlag wollte dann aber Lesegeschichten, am liebsten mehrere. Lomps Zeichnungen beweisen nun, dass Regenwürmer mit den Augen zwinkern können und Fledermäuse sich im Kleiderschrank wohlfühlen. Dass Langeweile und Müßiggang etwas Kreatives haben, wollten die Autoren zeigen: „Der Junge ist sauer auf seine Mutter, aber er wandelt die negative Energie um“, sagt Jonny Bauer. Darko bleibt zuhause, wie die Mutter es möchte, und er hat dennoch Spaß draußen. Man könnte auch sagen: „Er ist selbständig.“

Jonny Bauer ist Art-Direktor und Lehrbeauftragter an der Hochschule Düsseldorf. Er gibt Seminare in Grafik-Design und veröffentlichte zuletzt den Roman „Scheiternhaufen“. Lomp veröffentlichte 2011 sein erstes Kinderbuch. Das Titelbild für „Ein Affe an der Angel“ ist für den „Carl Buch Preis“ für die beste Kinderbuch-Coverillustration nominiert. Zusammengearbeitet haben die beiden bereits beim Popkultur-Magazin „Blurr“, dessen Chefredakteur Jonny Bauer lange war.

In dem Buch gibt es übrigens so manchen Begriff, der das Zeug hat, in den Familien-Wortschatz der Leser aufgenommen zu werden. Diesen zum Beispiel: „Mamaregenrausgehverbot“.

Info Jonny Bauer & Stephan Lomp: „Der Affe an der Angel“, Ars Edition, 125 S., 12,99 Euro

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