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Kurzfilme: Junges Kino beim Filmfest der Uni

Kurzfilme : Junges Kino beim Filmfest der Uni

An der Heine-Uni beginnt nächste Woche das Filmfest im großen Hörsaal. Das künstlerische Niveau der Wettbewerber ist hoch: Die Regisseure kommen zumeist von den renommierten Filmhochschulen des Landes. Organisiert wurde das Festival von Studenten der Kulturwissenschaften.

Dramen, Komik und harsche Gesellschaftskritik — das alles schafft der Kurzfilm innerhalb von Minuten. Auch in der neunten Ausgabe des Filmfests Düsseldorf sind den Regisseuren thematisch keine Grenzen gesetzt, es gibt jedoch einige Regeln: Der Film muss eine Laufzeit zwischen drei und dreißig Minuten haben, er muss eines der fünf ersten Werke des Filmemachers sein und aus den vergangenen zwei Jahren stammen.

"Das künstlerische Niveau ist sehr hoch. Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und sind meist Absolventen bekannter Filmhochschulen", erzählt Annika Gosset, Studentin der Kultur- und Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität. "Und weil wir wie andere Filmfestivals kein übergreifendes Thema haben, sieht man Filme verschiedenster Stilrichtungen: Animiertes, Experimentelles, Reales oder auch Schwarz-Weißes".

Trotz der Gründung des Vereins "Filmfest Düsseldorf e.V.", bestehend aus aktuellen und ehemaligen Mitwirkenden, Freunden und Förderern, behält das Filmfest seinen Charme und bleibt fest in studentischer Hand.

Die Studenten, allesamt Teilnehmer dieses besonderen Projektseminars des Instituts für Kultur und Medien, sind dabei straff organisiert wie eine Ameisenkolonie: Einige kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit, einige sind für die Akquise zuständig. Gemeinsam werden aus den 129 Einsendungen die besten 21 Filme ausgewählt und diskutiert. "Manchmal haben wir sechs Stunden am Stück Filme geguckt, teilweise auch am Wochenende", verrät Studentin Svetlana Chernyshova.

An den ersten beiden Tagen des Filmfests wird der große Hörsaal der Heine-Uni zum Kinosaal umfunktioniert. Das Publikum entscheidet nun mittels Stimmkärtchen, welcher Film die Endrunde, den großen Finaltag im Filmmuseum, erreicht. Den Gewinnern des Finales winken schließlich Publikumspreise im Wert von je 750 Euro.

Und eine "echte" Jury gibt es natürlich auch: "Hier sind alle Bereiche vertreten, von analytischen Beobachtern bis hin zu Leuten, die direkt aus dem Filmgeschäft kommen", so Chernyshova. Dorothee Krings, Filmredakteurin unserer Zeitung, vergibt zusammen mit Silvia Bahl, Udo Heimansberg, Schauspieler Jörg von Liebenfelß, Matthias Knop und Anna Fantl den mit 1000 Euro dotierten Jurypreis. Grund genug, anschließend eine ausgiebige Aftershowparty zu feiern.

"Wir haben uns letztes Jahr bereits zur Verfügung gestellt, weil wir unbedingt mit der Uni kooperieren und den jungen Leuten eine schönere Kinoatmosphäre bieten wollten", sagt Knop, stellvertretender Leiter des Filmmuseums. "Die Filme passen in unser Programm".

Sonst zeigt das Filmmuseum hauptsächlich die Klassiker, Filme von Orson Welles oder Akira Kurosawa, pädagogisch aufbereitet. Das Filmfest sieht er daher als Chance, "jungen Filmemachern ein Forum zu bieten". Auch Kinder könnten hier neue ästhetische Erfahrungen machen: "Da ist für jeden was dabei, wegen der vielen Themen und Macharten. Für Kinder sind natürlich insbesondere die Animationsfilme interessant", so Knop.

In die engere Auswahl hat es bereits der Film "Graue Füchse" von Robert Kellner geschafft. Zwei Rentnerehepaare entführen darin ihren Anlageberater, um ihr vollständig verspekuliertes Vermögen zurückzuholen — ein Fall, der vor zwei Jahren tatsächlich durch die Medien ging.

Ganz anders erzählt "Oshima" von Lars Henning von einem japanischen Geschäftsmann, der seinen Anschlussflug nach Tokio verpasst und sich in einer Odyssee durch die Nacht einer Großstadt selbst verliert. Weitere Filme werden täglich in einer Art Adventskalender auf der Homepage des Filmfests vorgestellt.

(RP)