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Julia-Huda Nahas plant ein Theaterstück als Gemeinschaftsproduktion.

Mit digitalen Treffen für die Öffentlichkeit : Ein Stück, fünf Autoren

Julia-Huda Nahas plant für das Zakk ein Theaterstück als Gemeinschaftsproduktion. Es soll eine „antirassistische Haltung“ besitzen.

Julia-Huda Nahas beschreitet neue Wege in der Theaterarbeit. Die Regisseurin und Autorin wird mit vier Kolleginnen und Kollegen ein Stück entwickeln, das nicht als Collage die Handschrift eines jeden Verfassers betont, sondern vielmehr als einheitliche Arbeit daherkommt, als Theatertext aus einem Guss.

Die Premiere findet im Juni im Zakk statt, je nachdem, wie sich die Pandemie auf die weitere Programmplanung des Zentrums auswirkt. „Unser Projekt ist der Versuch, konsequent weiterzudenken, was im Zuge der Diversitätsdebatte im Theater immer wieder angekratzt wird“, sagt Nahas. „Man kann sich nicht vornehmen, ,divers zu werden‘, indem man Ansprechpartner anstellt. Zu einer antirassistischen Haltung gelangt man nicht über Nacht.“

Auch das Stück, das entsteht, wird eines „mit Haltung“ werden. Die Autoren gehen der Frage nach, was ihnen eine antirassistische Haltung bedeutet und wie dies auf die Bühne zu übertragen ist. Die Rollen übernehmen vier Schauspieler, zwei Frauen und zwei Männer. Geschrieben wird nicht im stillen Kämmerlein, der Text entwickelt sich vielmehr in einem so genannten „Writers Room“.

Der Begriff bezeichnet einen Ort, an dem mehrere Autoren zusammenkommen und sich offen austauschen. Diese Art der direkten Ideenkommunikation wird häufig bei Serienproduktionen für Fernsehen und Streaming-Kanäle genutzt. Ob das auch im Fall eines Theaterstücks gutgeht, dass mehrere Autoren beteiligt sind, ist offen. „Es wird Höhen und Tiefen geben“, sagt Nahas, „aber ich bin sicher, dass es spannend wird.“

Die künstlerische Leiterin und ihr Team teilen ihren Schaffensprozess mit dem Publikum. „Es wird regelmäßig ein Angebot von digitalen Treffen für die Öffentlichkeit geben“, sagt sie. Dabei werden etwa Themen, die im Stück behandelt werden, zur Diskussion gestellt. Die Reaktionen der Zuschauer sollen in die Arbeit der Stück-Schreibenden einfließen. Der nächste virtuelle Termin mit Publikum ist am 20. April, 18 Uhr.

Info www.bittersweethome.de/termine