Jubiläumsprogramm zum 50-jährigen Bestehen des Schauspielhauses: Zehn Tage Party

Schauspielhaus Düsseldorf feiert 50. Geburtstag : Zehn Tage Party

Das Jubiläumsprogramm zum 50-jährigen Bestehen des Schauspielhauses ist jetzt als Leporello erschienen. Es will die Theaterfreunde im Januar an zehn Tagen in Atem halten, verspricht Generalintendant Wilfried Schulz.

Im Januar wird zehn Tage lang der 50. Geburtstag des Schauspielhauses gefeiert. Das detaillierte Programm ist in einem Leporello zusammengefasst, der nun vorliegt. Die Farbe Orange verweist auf die Leuchtelemente im Foyer des Theaters, die es seit Anbeginn gibt. „Wir laufen mit voller Kraft auf das Jubiläum zu“, sagte Generalintendant Wilfried Schulz bei der Präsentation der zahlreichen Veranstaltungen. Nicht nur das 50-jährige Bestehen des Pfau-Baus am Gustaf-Gründgens-Platz solle gewürdigt werden, sondern auch die reiche Bühnengeschichte jener Zeit.

Das Jubiläumsprogramm startet mit einem Festakt am 16. Januar um 18 Uhr, Redner sind Ministerpräsident Armin Laschet, Oberbürgermeister Thomas Geisel und Wilfried Schulz. Es ist exakt der Stichtag der Schauspielhaus-Eröffnung von 1970. Doch anders als damals, als nur geladene Gäste Zutritt hatten, was zu heftigen Tumulten führte, wird niemand ausgegrenzt. Für den Festakt gibt es Karten für zehn Euro, „und beim anschließenden Empfang bekommt jeder Besucher ein Glas Sekt in die Hand“, verspricht der Intendant. Danach beginnt um 20 Uhr die Premiere „Leben des Galileo“ mit Burghart Klaußner in der Titelrolle. Regie führt Lars-Ole Walburg, der kurzfristig für den erkrankten Roger Vontobel einsprang. Ein alter Brecht-Kenner, durch Zufall frei. Für Chefdramaturg Robert Koall ist es ein kleines Weihnachtswunder.

Am 17. Januar folgt im Foyer die Buchpremiere von „fünfzig – Das Düsseldorfer Schauspielhaus 1970 bis 2020“ (18 Uhr), einem opulenten Text- und Bildband von 400 Seiten zum Preis von 30 Euro. So umfassend sei die Geschichte des Theaters noch nie abgehandelt worden, sagt Wilfried Schulz. Der Hauptteil sei ein reiches Mosaik im Sinne von Multiperspektivität: 50 Autoren geben ihre persönlichen Impressionen wieder. Danach sind beim Podiumsgespräch „Ein Blick in die Geschichte“ die Ex-Intendanten Anna Badora und Günther Beelitz sowie die früheren Dramaturgen Joachim Klement und Joachim Lux zu Gast, es moderiert Dorothee Krings (Rheinische Post).

Voller Vorfreude kündigt Schulz den „Tag der offenen Tür“ am 18. Januar an: „Ein überreiches Füllhorn, da muss es krachen. Es ist der Tag, an dem wir die Arme weit aufmachen, bei Technikshows, Musik, Spielszenen, Lesungen und Bühnenkampf.“ Christian Friedel & Woods of Birnam geben ein Jubiläumskonzert, Wolfgang Reinbacher erzählt bei „Düsseldorf, mon amour“ aus seinem Theaterleben, moderiert von Moritz Führmann.

Beim Podiumsgespräch „Theater als öffentlicher Raum der Stadtgeschichte“ diskutiert der Schriftsteller Peter Sloterdijk mit dem Architekten Christoph Ingenhoven (19.1.). Die Bürgerbühne fächert mit der Premiere „Blick zurück nach vorn“ Familienchroniken auf (19.1.). Einen Tag später stellt das Café Eden beim Bürger-Dinner-Spezial die Frage „Wem gehört die Stadt?“ (19 Uhr, Foyer). An gleicher Stelle geht es am 22. Januar um „Düsseldorf 2070 – Reden über die Zukunft der Stadt“, unter anderem mit Susanne Gaensheimer (Kunstsammlung NRW) und Moritz Döbler, dem neuen Chefredakteur der Rheinischen Post. Ein weiteres öffentliches Forum über „Architektur und Kultur“ ist am 25. Januar von 14 bis 18 Uhr angesetzt.

Wilfried Schulz will das Programm nicht nur an der Vergangenheit festmachen, er gibt auch Visionen der Zukunft Raum und hebt die Funktion des Theaters als wichtiger Ort in der Stadt hervor. Bevor Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung) am 26. Januar über „Widerstand und Ungehorsam als Tugend“ referiert, feiert am 25. Januar der Liederabend des Ensembles „I build my time“ Premiere, konzipiert von André Kaczmarczyk.