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Düsseldorf: Im verzaubernden Licht des Nordens

Düsseldorf : Im verzaubernden Licht des Nordens

Eine kleine, aber feine Ausstellung von Bildern des Dänen Peder Mönsted (1859–1941) ist ab morgen in der Galerie Paffrath zu sehen: Landschaften, die ihren Reiz dem Licht des Nordens verdanken. Eine Einstimmung in den Frühling.

Eine kleine, aber feine Ausstellung von Bildern des Dänen Peder Mönsted (1859—1941) ist ab morgen in der Galerie Paffrath zu sehen: Landschaften, die ihren Reiz dem Licht des Nordens verdanken. Eine Einstimmung in den Frühling.

Peder Mönsteds "Landschaft im Frühling" ziert die Galerie Paffrath zur rechten Zeit. Während die Passanten draußen auf der Kö die Sonne genießen, zaubert drinnen die Kunst des Dänen eine frühlingshafte Stimmung herbei. Am Ufer eines Gewässers, das die umstehenden Bäume spiegelt, recken sich Gräser der Sonne entgegen, und erste Knospen erzählen vom Erwachen der Natur.

Mönsted (1859—1941) malte ähnlich wie die Künstler der Düsseldorfer Malerschule zur gleichen Zeit. Nur glaubt man hier und da das spezielle Licht des Nordens zu erkennen, das die Motive eigentümlich erstrahlen lässt. Wasser und Wald vermischen sich auf Mönsteds Leinwänden zu atmosphärischen Orten der Unberührtheit, ja der Behaglichkeit. Viele dieser Bilder sind menschenleer. Und wo man Personen erkennt, wirken sie meist winzig angesichts der Erhabenheit der Natur.

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Das "Mädchen am Haus" von 1921, das ein Kuscheltier in den Händen hält, bildet da in seiner die herumlaufenden Tiere überragenden Größe schon eine Ausnahme: das Idyll auf einem dänischen Bauernhof, in dem die Sonnenstrahlen ein kunstvolles Spiel der Reflexionen treiben.

Galerist Hans Paffrath, der sich unter anderem als Kenner der Düsseldorfer Malerschule international einen Namen gemacht hat, stieß auf Mönsted erstmals 1995 in einer Ausstellung des Düsseldorfer Museums Kunstpalast, "Im Lichte des Nordens". Seitdem hat ihn dieser Maler nicht mehr losgelassen.

Heute ist Mönsted, wie Paffrath berichtet, der "bestverkaufte Maler" seiner Galerie. Schon in der Schau "Im Lichte des Nordens" war dem Kunsthändler und -historiker aufgefallen, dass die Besucher auf ihrem Parcours durch die Säle vor Mönsteds Bildern stehen blieben, während sie an anderen vorbeiflanierten.

Worin besteht der Zauber dieser zwischen Naturalismus und Impressionismus vermittelnden Bilder, die doch in einer Zeit entstanden, als längst die Moderne mit ihrem Drang zur Abstraktion den Ton angab? Es mag der oft nahezu fotografische Realismus sein, die Einladung in eine unberührte Natur, die sich vielleicht auch mit Urlaubserinnerungen vermischt. Und es wird die landschaftliche Vielfalt der Motive sein. Denn Mönsted reiste gern. Eines der ausgestellten Bilder zeigt den Gardasee, ein anderes, großformatiges den "Sommer im Spreewald".

14 Bilder sind in der Ausstellung präsent, nur vier davon sind verkäuflich — einge sogar schon verkauft. Bei den unverkäuflichen Werken handelt es sich um Leihgaben von Sammlern, die diese Bilder früher bei Paffrath erworben haben. Und dann ist aus Anlass dieser kleinen, feinen Schau noch das Werkverzeichnis zu Peder Mönsted erschienen, ein dicker Band, der auf zwölfjähriger Arbeit fußt, Preis: 195 Euro.

So etwas leistet (sich) nicht jeder Galerist. Doch Mönsted ist auch nicht so unbekannt, wie es zunächst scheinen mag. Denn schon zu Lebzeiten fanden seine Bilder reißenden Absatz, in Deutschland wie in den Vereinigten Staaten. Mönsted war einer der berühmtesten Maler der Jahrhundertwende. In Düsseldorf können ihn nun auch Nachgeborene für sich entdecken.

(RP)