Sarah Connor: "Ich habe auch eine dunkle Seite"

Sarah Connor : "Ich habe auch eine dunkle Seite"

Die 33-Jährige tritt am Nikolaustag in der Tonhalle auf. Sie wird ein Weihnachtsprogramm präsentieren.

Die meisten werden sich noch an ihren gewaltigen Hit erinnern: "From Sarah With Love" stand wochenlang auf Platz eins der Hitparade und machte Sarah Connor zum Star. Das ist nun zwölf Jahre her, seitdem trat die heute 33 Jahre alte Künstlerin in ihrer eigenen Doku-Soap auf und half bei Castingshows, Talente zu finden. Am 6. Dezember kommt Connor in die Tonhalle, sie wird dort Weihnachtslieder singen. Karten gibt es unter www.westticket.de.

Wo sind Sie gerade?

Sarah Connor In Berlin, die Sonne scheint, es ist alles sehr angenehm. Noch, denn eigentlich fürchte ich den Berliner Winter, die Kälte, die Dunkelheit. Aber da werden die Weihnachtskonzerte helfen.

Was darf man erwarten – außer Weihnachtsliedern?

Connor Ich werde zum ersten Mal von einer Big Band begleitet, dem Swing Dance Orchestra unter der Leitung von Andrej Hermlin. Ich denke, das wird in der Tonhalle mit ihrer Kuppel besonders schön klingen. Ich habe ja schon 2005 mein Weihnachtsalbum "Christmas In My Heart" aufgenommen, und jedes Jahr kommt es neu heraus. Es ist schon ein richtiger Standard geworden. Es sind viele englische Songs dabei "White Christmas" und "Rudolph the Rednosed Reindeer", aber natürlich auch deutsche Lieder.

Sie sind durch ein deutsches Weihnachtslied entdeckt worden.

Connor Ja, das war "Leise rieselt der Schnee". Ich war 19, als ein Produzent das Lied hörte und auf mich aufmerksam wurde.

Wie sah denn das Weihnachtsfest in Ihrer Kindheit aus?

Connor Sehr harmonisch, wir waren immer viele Leute. Es war wie bei allen anderen auch. Essen, Geschenke auspacken, im Schlafanzug herumlungern.

Mit Ihrem letzten Album sollen sie gar nicht zufrieden gewesen sein.

Connor Naja, was soll ich machen, ich empfinde es eben so, und dann muss man das auch zugeben können. Alles andere hat ja keinen Sinn. Es war zu viel "Politik" im Spiel bei diesem Album. Zu viele Leute, die sich einmischten. Ich habe Kompromisse auf Kosten der Qualität gemacht. Die Musik, die ich jetzt mache, ist persönlicher, auch düsterer. Aber weil ich die Songs selbst schreibe und nicht glaube, dass sie schon gut genug sind, dauert es länger.

Dürfen wir ein finsteres Album erwarten?

Connor Das nicht. Ich spüre eine Verantwortung meinen Fans gegenüber, was kann ich ihnen zumuten, wie viel von meinen Gedanken?

Was meinen Sie mit dem Düsteren?

Connor Ich habe eine dunkle Seite, auf die ich achten muss. Ich funktioniere jeden Tag, aber es gibt Zeiten, in denen ich mich zurückziehe, es gibt diesen neuen Song, der das gut ausdrückt. "Close to Crazy" beschreibt meinen Hang zur Einsamkeit, der manchmal auch in Depressionen driften kann. Es geht um den Wahnsinn in meinem Kopf.

Und was hilft Ihnen dann?

Connor Immer die Musik.

(RP)
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