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„Ich bin Pinguin“ von Wera Mahne im FFT Düsseldorf: Theater ohne Worte

„Ich bin Pinguin“ von Wera Mahne : Theater ohne Worte

Das FFT zeigte das Stück „Ich bin Pinguin“ für Kinder ab vier Jahren.

In diesem Stück wird nicht gesprochen, aber man versteht trotzdem ganz gut. Da ist ein Pinguin, der aus einem großen Ei geschlüpft ist, und ein Vogel, der aus einem kleinen Ei kam. Gemeinsam leben sie in der Antarktis, und weil meilenweit niemand anderes zu sehen und dies ein unwirtlicher Ort ist, tun sie sich zusammen, helfen einander, geben acht, werden allen Unterschieden zum Trotz Freunde.

Das ist in Kürze, worum es in „Ich bin Pinguin“ geht. Es ist die jüngste Produktion der Theatermacherin Wera Mahne, die nun im Forum Freies Theater (FFT) Premiere feierte. Mahne lotet seit einigen Jahren die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von hörenden und gehörlosen Darstellern aus. In ihrer neuen Arbeit treffen nun also Pinguin und Vogel aufeinander und kommen ohne Worte aus. Den Pinguin spielt Pia Katharina Jendreizik tapsend und situationskomisch, im schwarzem Frack und mit Schal in Schnabel-Orange. Der Vogel ist flauschig und so agil, dass man Puppenspieler Andreas Pfaffenberger, der die Figur bedient, zuweilen übersieht. Die Bühne ist wirkungsvoll: Eine Eisscholle aus weißer Folie ist Spiel- und Zuschauerraum zugleich. Ringsum und manchmal mittendrin sitzt das Publikum, teilweise in halbierten Iglus, an die mal Tag, mal Nacht und eine Unterwasserwelt projiziert werden.

Empfohlen ist das Stück für Kinder ab vier Jahren, die der Geschichte gut folgen können, weil sie sich aufs Wesentliche konzentriert und Raum lässt für manche Lacher: Da baut sich Schauspielerin Jendreizik einen Turm aus Sitzkissen und reißt ihn mit dem Hintern ein – was gut ankommt beim jungen Publikum. Zuletzt wird der Vogel flügge, der Pinguin bleibt zurück auf der Scholle, damit endet das Stück. Man darf sich sicher sein: Selbst wenn er nun gen Süden fliegen sollte, den Pinguin wird der Vogel nie vergessen.