Kulturstätten In Düsseldorf: Hier wird die Schifffahrt lebendig

Kulturstätten In Düsseldorf: Hier wird die Schifffahrt lebendig

Der Schlossturm am Burgplatz beherbergt das Düsseldorfer Schifffahrtmuseum. Besucher können dort selber zum Kapitän werden.

Als Wahrzeichen verkörpert der Schlossturm auf dem Burgplatz wie kaum ein anderes Gebäude die Geschichte der Stadt. Doch was einigen Düsseldorfern vielleicht noch gar nicht bewusst sein dürfte - auch im Inneren des historischen Rundbaus gibt es viel Geschichte zu entdecken und zu erleben. Seit mehr als 30 Jahren arbeiten dort die Mitarbeiter des Schifffahrtmuseums die Geschichte des Rheins auf, der als Verkehrs- und Handelsweg entscheidend war für den Aufstieg Düsseldorfs zunächst als Wehr-, später als Residenzstadt der Herzöge von Jülich-Kleve-Berg. "Der Rhein bildete früher so etwas wie das Tor zur Welt für Düsseldorf. Viele Besucher kamen über die Schifffahrt in die Stadt", sagt Museumsleiterin Annette Fimpeler. Heute kommen die Touristen zwar meist nicht mehr per Schiff in die Stadt - der Schlossturm ist für viele durch seine exponierte Lage aber dennoch erster Anlaufpunkt.

Geschichte des Turms Ehe der Turm 1552 von italienischen Architekten im Auftrag Wilhelms des Reichen seine heutige Gestalt erhielt, stand an seiner Stelle bereits ein Wehrturm der alten Düsseldorfer Burg. Von da an diente er vorrangig als Sakristei und Schatzkammer der Landesherren, bis ein Brand 1872 das gesamte Schloss zerstörte und den Turm arg in Mitleidenschaft zog. Die Schlossruine musste daraufhin Platz für den Bau der Rheinuferstraße und des Rheinwerfts machen, nur der Turm wurde per königlich-preußisches Dekret erhalten und wieder aufgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs fiel der Schlossturm im Zuge eines Luftbombardements erneut dem Feuer zum Opfer. Doch durch das private Engagement der Düsseldorfer konnte das Wahrzeichen nach dem Krieg rasch wieder restauriert werden. Seit 1984 beherbergt der Turm nun die Exponate des Schifffahrtmuseums.

Ausstellung Auf fünf Etagen mit einer Ausstellungsfläche von 360 Quadratmetern reisen die Besucher durch unterschiedliche Epochen, vom Beginn als mittelalterliche Zollstätte am Rhein bis zum Haltepunkt für Schiffsreisende im 18. Jahrhundert. Der begrenzte Raum für Ausstellungsgegenstände hat das Museum auf moderne Weise gelöst: Neben historischen Schiffsmodellen aller möglichen Rheinschiffe sind das besonders die interaktiven Stationen auf jeder Etage. So kann man sich beispielsweise per Computersimulation selbst als Schiffskapitän daran versuchen, die Oberkasseler Brücke zu unterqueren - wahlweise am originalen Steuerrad eines Dampfschiffes oder eines modernen Containerschiffes.

Gastronomie Besonderes Highlight ist das Museumscafé "Laterne" im Dachgeschoss des Turms. Bei Kaffee und Kuchen können die Besucher dort einen Ausblick über Düsseldorf genießen und das heutige Treiben auf dem Rhein beobachten. Auch für individuelle Feiern lässt sich die "Laterne" abends anmieten.

Tickets, Führungen, Öffnungszeiten Der Eintritt in das Museum kostet für Erwachsene drei Euro und ermäßigt 1,50 Euro. Kinder bis 18 Jahre erhalten freien Eintritt. Geöffnet hat das Schifffahrtmuseum dienstags bis sonntags jeweils von elf bis 18 Uhr. Dazu veranstalten die Mitarbeiter jeden Sonntag um 15 Uhr eine öffentliche, kostenlose Führung mit wechselnden Schwerpunkten. Eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich. Das Museum ist jedoch nur eingeschränkt barrierefrei zugänglich.

(RP)