Düsseldorf: Heine-Institut wird rundum erneuert

Düsseldorf : Heine-Institut wird rundum erneuert

Die Umbauarbeiten in der Bilker Straße dauern noch bis Oktober an. Das aufwändige Projekt kostet 1,1 Millionen Euro.

Es riecht muffig und staubig - nach Arbeit. Die Abdeckung auf dem Boden sieht aus wie eine Tartanbahn. Eine dicke Staub- und Dreckschicht macht sich breit. In der Mitte des Raumes stehen Pappkartons, Werkzeug, Reinigungsmittel und Holzplatten. Ein altes Notausgangsschild liegt auf dem Boden und weist in Richtung eines Regals. Die Regale selbst sind mit Folien abgedeckt. Nur noch die Bücher dahinter erinnern an den einst so gemütlichen Lesesaal. Bald bekommt er ein neues Dach und neue Lichtkuppeln. Die Atmosphäre vermittelt Aufbruchstimmung.

Seit September 2013 wird das Heinrich-Heine-Institut umgebaut. Eine Nutzungsänderung hatte umfangreiche Neuerungen an den beiden denkmalgeschützten Gebäuden an der Bilker Straße 12-14 notwendig gemacht. Der Museumsbereich (Hausnummer 12) ist seit Jahresbeginn bereits fertig. Die Bauarbeiten am Verwaltungstrakt samt Lesesaal, dem Herzstück des Heine-Instituts, haben im April begonnen und sollen im Oktober abgeschlossen sein. Insgesamt kostet die Umgestaltung 1,1 Millionen Euro.

Drei Bereiche werden verbessert: Brandschutz, Einbruchschutz und Barrierefreiheit. Flächendeckende Brandmeldeanlagen, neue Brandschutztüren und -wände sowie neue Fluchtweg-Hinweisleuchten erhöhen den Brandschutz. Die bisher einzige Einbruchmeldeanlage wird durch einen flächendeckenden Schutz ersetzt. "Jede Öffnung des Gebäudes ist gesichert", sagt Projektleiterin Daniela Winter. Sie ist ein- bis zweimal pro Woche vor Ort. Eine vollständige Barrierefreiheit lassen die beiden Gebäude laut Daniela Winter zwar nicht zu. Der Hintereingang wurde aber bereits rollstuhlgerecht modifiziert, der Feueralarm wird auch durch ein sichtbares Signal deutlich, und auch eine induktive Höranlage erleichtert Menschen mit Beeinträchtigung den Besuch im Institut. Auch behindertengerechte Toiletten wurden zwischenzeitlich installiert.

Die Baumaßnahmen werden unter der Prämisse durchgeführt, dass der Originalzustand der Gebäude möglichst gut erhalten bleibt. Die Denkmalbehörde ist involviert. Neue Türen oder Wände werden entsprechend nahe an den Originalen nachgebaut. "Die Häuser sollen schließlich nicht ihr Gesicht verlieren", sagt Daniela Winter.

Die größte Baustelle findet man aktuell im Dachgeschoss der Hausnummer 14 vor. Überall liegen Sägespäne, Schutt, Speis und Werkzeug. Teile der Decke und Wände sind eingerissen. Einige Bauteile des Dachgeschosses weisen noch nicht den erforderlichen Feuer-Widerstand auf. "Das Dachgeschoss war in dieser Form eigentlich gar nicht eingeplant", sagt Winter. Maurer und Zimmermänner beheben die Mängel.

Der Umbau des Instituts ist ein logistischer Kraftakt. Die wertvollen Exponate wurden mit einem Kunsttransport zu verschiedenen Depots gebracht, die weniger wertvollen innerhalb des Instituts umquartiert. Die Mitarbeiter der Verwaltung haben ihr Büro vorübergehend in das Museumsgebäude verlegt. Auch das Tagesgeschäft wird beeinträchtigt. "Es ist in Ordnung so. Aber wir sind natürlich froh, wenn alles fertig ist", sagt Institutsleiterin Sabine Brenner-Wilczek. Während der Museumstrakt geschlossen war, dienten der Lesesaal und andere Standorte wie das Gerhart-Hauptmann-Haus als Veranstaltungsorte. "Wir waren immer aktiv und für die Öffentlichkeit sichtbar", sagt Brenner-Wilczek.

(RP)