Düsseldorf : Grübeln nach Noten

Der Wagner-Verband lädt zu einem Vortrag über die Leitmotive im "Ring".

Das Jahr 2017 wird für rheinische Opernfreunde von einem besonderen Termin diktiert: Am 23. Juni startet im Düsseldorfer Opernhaus die heiß erwartete Neuinszenierung von Richard Wagners "Ring des Nibelungen", und zwar mit der Premiere von "Rheingold". Axel Kober wird dirigieren, Dietrich Hilsdorf übernimmt die Regie; das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt.

Wagner-Freunde wissen, dass Wagner für seine Idee eines Musiktheaters ein besonderes Netzwerk geknüpft hat: das System der Leitmotive. Dies sind kleine prägnante Motive, Melodien, Rhythmen oder Harmoniefolgen, die mit Menschen (Siegfried-Motiv), Dingen (Schmiede-Motiv) oder Gefühlen (Grübel-Motiv) verbunden sind. Ob diese Motivbenennungen im Sinne Wagners sind (von dem sie nicht stammen), ist nicht immer sicher. In jedem Fall schaffen diese zum Teil mehrdeutigen und semantisch wandelbaren Leitmotive die Möglichkeit eines rein musikalischen Assoziationstheaters, das dem Komponisten vorschwebte.

Wer gut vorbereitet in diese Aufführungen gehen möchte, kann sich Belehrung holen. Sie bietet - in einem Vortrag des hiesigen Wagner-Verbands - Jürgen Schläder; er ist emeritierter Professor für Theaterwissenschaft mit dem Schwerpunkt Musiktheater an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Vortrag heißt "Ahnung und Erinnerung - die Leitmotivtechnik von Richard Wagner".

Info Dienstag, 21. März, 19 Uhr, Theatermuseum, Jägerhofstraße 1. Eintritt: zehn Euro, Schüler und Studenten frei.

(w.g.)