Düsseldorf: Großartiges Album von Artwon Artown Artnow

Düsseldorf : Großartiges Album von Artwon Artown Artnow

Das Album "White Noise Romance" von den extra sperrig benannten Artwon Artown Artnow verdient unbedingt Beachtung. Denn die Band, die seit 2006 existiert und 2012 die Individualförderung für Newcomer-Bands der Landeshauptstadt Düsseldorf erhielt, hat nach diversen Singles ihr erstes Album veröffentlicht. "White Noise Romance" also, der Titel ist Programm, erschient sowohl auf Vinyl als auch als Download. Für den kann man bezahlen, so viel man möchte, eine Variante, die schon Radiohead gewählt haben.

"Letter To K.G.", das zweite Stück, verrät schon etwas über Artwon, stehen die Initialen doch für Kim Gordon, Bassistin und Sängerin der Band Sonic Youth, die das Genre Noise, den gehobenen Lärm also, patentiert haben. In einem Radio-Interview verrieten Artwon, dass sie Gordon in der Tat einen Brief geschrieben haben, in dem sie anfragten, ob sie auf ihrem Album eine Gastrolle als Sängerin übernehmen wolle. Gordon antwortete nicht. Aber fragen darf man ja.

Dabei hätte sie gar nicht mal schlecht zur Musik Artwons gepasst. Das Trio spielt seine Musik live im Studio ein, dieses Mal in den Bluebox Studios von Guido Lucas, der auch schon für Blackmail und die Donots tätig war. Und es klingt nach weitaus mehr als der klassischen Besetzung von Gitarre, Bass und Schlagzeug, große Flächen werden da geschaffen, über die Sänger und Gitarrist Yoko Suno später die Vocals legt hat, angeblich vor der Studiotür. Neben Sonic Youth hört man je nach musikalischer Erziehung Krautrock, Post-Punk oder auch mal U2 heraus, das steht Artwon allerdings nicht so gut wie die an anderer Stelle erreichte Kratzbürstigkeit. Da fräst sich der schneidende Gesang durch die Gitarrenwand, und so entsteht eine dornige Schönheit, die das Album zu einer bemerkenswerten Arbeit macht.

Info Nächstes Konzert:Donnerstag, 18. Oktober im Damenundherren, Oberbilker Allee 35.

(RP)
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