Düsseldorf : Geschliffene Kunst

Die Galerie Setareh stellt Arbeiten von Wolfgang Betke aus. Für seine Werke greift er zuweilen zu schwerem Gerät.

Man kann das so sagen: Wolfgang Betke arbeitet sich an der Malerei ab. Wenn sich der Künstler eine neue Leinwand vornimmt, greift er nicht nur zu Öl, Acryl und was es sonst noch so braucht, um reichlich Farbe aufzutragen, sondern auch zur Schleifmaschine. Wer seine Werke aus der Nähe ansieht, entdeckt denn auch oftmals Kratzer und Risse. Die Bilder stellen auch ihre Bearbeitung zur Schau.

In der Galerie Setareh sind nun 26 Werke des 1958 in Düsseldorf geborenen und in Berlin lebenden Künstlers zu sehen. Neue Arbeiten sollen es sein, heißt es, bei Betke sollte man das nur nicht allzu wörtlich nehmen. An vielen Werken arbeitet er über Jahre und immer mal wieder, bis er sie schließlich aus der Hand gibt. Die Zeit sieht man den Werken teilweise an. Hier und da hat Betke einst übermalte Farbschichten wieder freigelegt - der Schleifmaschine sei Dank.

"Schweigezone" heißt die Schau bei Setareh, Betke möchte, dass man sich seinen Arbeiten zunächst mal ohne große Erklärungen hingibt. Das klappt gut bei seiner Arbeit "Angelus Novus Novus", die im oberen Bildteil wolkig auszulaufen scheint, oder beim Großformat "Erregungszone", das in Farben und Formen viele Eindrücke anbietet und in dessen Bildmitte explosive Rottöne zusammentreffen.

Immer wieder meint man, in Betkes Bildern Gesichter zu erkennen. Zuweilen ist das ganz eindeutig, in anderen Fällen womöglich auch eine Täuschung. Die Arbeiten bleiben denn rätselhaft - dem Künstler ist das wohl ganz recht.

Info Bis 9. Juni in der Galerie Setareh, Königsallee 27-31, www.setareh-gallery.com

(kl)