Georg Cormann: Jazzkantate in Kaiserswerth

Kirchenmusik : Georg Corman und sein Jazz zum Mitfühlen

Beim evangelischen Kirchentag in Dortmund war vor kurzem die Uraufführung. Nun fand in der kleinen, aber feinen Jonakirche in Lohausen innerhalb des Gemeindefestes die Düsseldorfer Erstaufführung der Jazzkantate „Korinther 13“ des Düsseldorfer Jazzmusikers und Komponisten Georg Corman statt.

Die Kantorei Kaiserswerth und ihre Leiterin Susanne Hiekel hatten Corman den Auftrag zu dieser Komposition erteilt. Innerhalb des Gemeindefestes musizierten sie zusammen mit dem „Latin & Jazz-Ensemble NRW“ mit lauter namhaften Jazzern aus der Szene: Florian Beckmann (Trompete), Johannes Seidemann (Altsaxophon), Christian Scheer (Tenorsaxophon), Thorsten Heilmann (Posaune), Günther Rink (Kontrabass), Antoine Duijkers (Schlagzeug) und dem Komponisten am Piano.

Susanne Hiekel am Dirigentenpult zeigte sich als wahres Energiebündel. Sie ermunterte die Kinder, die Jugendlichen und Erwachsenen der Kantorei, den Jazz zu fühlen und seine ganze Power herauszulassen. Denn diese Energie hatte Corman hineinkomponiert: viele lateinamerikanische Rhythmen, auch Reggae, gepaart mit bisweilen durchaus sperrigen melodischen Linien sowie Passagen im 5/4-Takt gab es zu hören.

Der Text des 13. Kapitels des ersten Korinther-Briefs, der der Kantate zugrunde liegt, wurde mit Worten wie „Ichsucht“ und „Habgier“ kontrastiert. Hier dominierten „hässliche“ Dissonanzen. Beim Bibeltext, der in dem Satz kulminiert: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“, mündete Cormans Musik in einen feurigen Salsa unter nachdrücklicher Wiederholung der Worte „Glaube, Hoffnung, Liebe“.

Es herrschte nun musikalisch eitel Sonnenschein, mit rhythmischem Schwung und wohligen Jazzharmonien. Einige Chormitglieder hätten offenbar am liebsten mitgetanzt, die begeisterten Kinder sowieso. Die Kaiserswerther ließen nicht nur ihrem Elan freien Lauf, sondern meisterten auch die durchaus anspruchsvolle Partitur mit vollem Einsatz. Nicht zuletzt dank Susanne Hiekels Koordination der beteiligten Ensembles.

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