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Düsseldorf: Galeristen wecken Neugier auf Kunst

Düsseldorf : Galeristen wecken Neugier auf Kunst

Am Wochenende luden die DC Open zum Kunstbummel in Düsseldorf.

Der Weg vom ersten Interesse für ein Kunstwerk bis zum Entschluss, es zu kaufen, ist unterschiedlich weit: Langjährige Sammler, die eine Galerie wie etwa diejenige von Konrad Fischer und ihren Direktor Thomas Rieger gut kennen, schlagen zuweilen schnell zu - gerade wenn es um Arbeiten von Klassikern wie etwa des Minimalisten Sol LeWitt geht. "Andere, die sich an das Thema herantasten, brauchen erst einmal die Erfahrung, dass ihnen eine Arbeit nicht aus dem Kopf geht, bis sie diese erwerben", sagt Rupert Pfab. Er gehört zu der Gemeinschaft von Düsseldorfer und Kölner Galeristen, die am Wochenende zum siebten Mal unter dem Titel DC Open zur Herbst-Vernissage luden. Ein illustres Publikum ließ sich teils mit dem Shuttle-Service zwischen den Städten hin- und herfahren. "Die Aktion ist inzwischen so bekannt, dass Gäste aus Belgien, den Niederlanden, sogar aus New York oder Hongkong anreisen", sagt Robert Danch vom Kölner DC-Open-Büro. Für viele wurde das Foyer des Museums K21 am Samstagabend zum Forum: Mehr als 500 geladene Gäste trafen sich an Stehtischen, in der Bar oder am Eiswagen. "Kommunikation ist uns wichtiger als ein gesetztes Essen", erklärt Danch.

Menschen für Kunst zu begeistern, ohne mit ihnen darüber zu sprechen, das ist für Rupert Pfab, Ruth Leuchter und ihre Galeristenkollegen ohnehin nicht möglich. Nach dem Motto "Man kann nur sehen, was man weiß" wurde Pfab nicht müde, den Besuchern seiner Räume an der Poststraße die Installationen von Julia Bünnagel zu erläutern. "Wie sollte man sonst ahnen, dass diese Platte mit den zehn Löchern darin das Weltall symbolisiert?", fragt Pfab mit Blick auf eine Arbeit. Im selben Gebäude, nur eine Etage tiefer, geht Kai Brückner in seiner TZR Galerie von Gast zu Gast: Die Werkgruppe "Control" von Pascal Dombis, bei der es um die Grenzen der Datenauswertung im Internet geht, wirft viele Fragen auf, und Brückner weiß: "Wer mit der digitalen Welt nichts anzufangen weiß, findet schwerlich einen Zugang zu dieser Kunst." Das Rheinland ist für ihn die Heimat vieler Sammler, die hier Werke erwerben und dann an anderen Orten zeigen.

Ruth Leuchter sieht die DC Open als große Chance, immer neue und auch junge Interessenten zu locken, die auf dem Weg von Galerie zu Galerie zur Kunst finden - sei diese nun gegenständlich, abstrakt oder beides, wie etwa bei den schattenrissartigen Bildern von Paul Morrison, zu sehen in der Galerie Leuchter in Flingern.

(RP)