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Francesco Tristano spielt in der Tonhalle Düsseldorf: Alleskönner am Klavier

Pianist Francesco Tristano kommt nach Düsseldorf : Alleskönner am Klavier

Pianist Francesco Tristano tritt kommende Woche in der Tonhalle auf.

Es gibt Bach-, Beethoven- und Chopin-Spezialisten, Jazz-Pianisten und Interpreten, die sich hauptsächlich in der Moderne entfalten. Für den Luxemburger Francesco Tristano, Jahrgang 1981, scheint Spezialistentum hingegen ein Fremdwort zu sein. Er spielt zwar nicht wenig Bach, aber eben noch sehr vieles mehr – auch jenseits von Barock, Klassik und Romantik. Er komponiert zudem selbst und arbeitet als Musikproduzent. Jetzt kommt er in die Tonhalle – diesmal als Solist im Konzert des Orchestre philharmonique de Strasbourg unter der Leitung von Marko Letonja. Tristano übernimmt den Solopart in George Gershwins „Rhapsody In Blue“, einem Konzertstück für Klavier und Orchester, das ebenfalls in keine Schublade passt. Es ist zu jazzig, um Klassik zu sein, und zu klassisch, um Jazz zu sein.

Francesco Tristano hatte berühmte, teils legendäre Lehrer: Er besuchte an der New Yorker Juilliard School die Meisterklasse von Rosalyn Tureck (1914-2013), die man mal als „Hohepriesterin Bachs“ bezeichnete, und erhielt auch Unterricht bei einem Altmeister des Klaviers, dem damals ebenfalls an der Juilliard School unterrichtenden Jacob Lateiner (1928-2010). Es fällt auf, dass der heute 38-jährige Pianist gewissermaßen bei der Generation seiner Großeltern studierte, und das färbte ab. Tristanos Bach-Spiel erinnert an die ziselierte Ausführlichkeit, mit der seine große Lehrerin einst etwa die Goldberg-Variationen in Stein meißelte.

Tristano kehrte zurück nach Europa, studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt Luxemburg, dann an Musikhochschulen in Brüssel, Riga, Paris und Barcelona. Dort erlangte er eine große pianistische Bandbreite zwischen Bach, Ravel, Prokofjew und Kammermusik. Er gründete gar ein eigenes Kammerensemble: „The New Bach Players“, das er als Pianist und Dirigent leitet. Zudem tat er sich mit dem aus dem Libanon stammenden und in Paris lebenden Multiinstrumentalisten Bachar Mar-Khalifé zusammen, der bekannt ist für eine geheimnisvolle, oft orientalisch angehauchte Popmusik, sowie mit dem ebenfalls aus Luxemburg stammenden Schlagzeuger Pascal Schumacher.

Tristano hat unter anderem das gesamte, zuweilen sehr vertrackte Klavierwerk des Italieners Luciano Berio (1925-2003) im Repertoire. Außerdem steht er gelegentlich bei Musikfestivals am Keyboard und präsentiert Eigenes – zwischen Minimalmusic und Techno. In Düsseldorf gibt der Alleskönner nun einen Einblick in seine Kunst.

Info Francesco Tristano in der Tonhalle, Mittwoch, 20. November, 20 Uhr. Karten unter 0211 274000 und im Internet: www.westticket.de