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Fachhochschule: Fotograf Greg Gorman als Dozent

Fachhochschule : Fotograf Greg Gorman als Dozent

Der amerikanische Fotograf, bekannt durch seine Porträts von weltberühmten Pop-Musikern und Hollywood-Stars, hat in der Fachhochschule Düsseldorf einen Workshop veranstaltet. Wie zu erwarten war, spielte dabei die Beleuchtung die Hauptrolle.

Andächtig lauschen die Studierenden am Fachbereich Design den Erläuterungen von Greg Gorman. Wann hat man schon mal die Chance, vom Wissen eines international bekannten Fotografen zu profitieren?

Gorman stammt aus Kansas City. 1968 besuchte er ein Konzert von Jimi Hendrix, schoss ein Foto von dem Ausnahmegitarristen. Obwohl das Ergebnis etwas verwackelt war, gefiel ihm die Atmosphäre auf dem Bild. Gorman war infiziert. Er machte weiter, studierte Fotojournalismus, fotografierte bald berühmte Musiker wie David Bowie, Michael Jackson, Rod Steward und dann auch die Stars aus Hollywood.

Mittlerweile fällt es ihm schwer, einen berühmten Schauspieler zu nennen, den er noch nicht vor der Kamera hatte. Seine Fotos waren auf den Titeln von Esquire, Interview, Life, Vogue, Newsweek, Rolling Stone, Vanity Fair und vielen anderen Magazinen zu sehen.

Gormans Lichtbilder zeichnen sich durch starke Kontraste, eine fast keimfrei anmutende Brillanz und eine minimale Ausstattung aus. Das heißt: Der Fotograf konzentriert sich auf das Wesentliche —das Licht und das Modell. Überflüssige Details werden penibel aus dem Bild geräumt ("clean background"). Er lege Wert auf eine ziemlich direkte, ehrliche Sichtweise, sagt er. Das ist sein Stil. Ein Gorman-Foto erkennt man meist auf den ersten Blick. Dennoch, bei aller Perfektion: Man müsse immer für den "spontanen Augenblick" gewappnet sein, betont der Fotograf.

Jetzt ist Gorman für einen Workshop nach Düsseldorf gereist, um den Studenten ein paar technische Tricks zu verraten. Wie nicht anders zu erwarten, spielt die Beleuchtung die Hauptrolle. Im großen Fotostudio der Fachhochschule wird das Kunstlicht mit reflektierenden Schildern an die richtigen Stellen des Objekts gestrahlt. Das Objekt ist in diesem Fall ein männliches Modell, das cool und fotogen posiert. Die "Lichtklatschen" stammen übrigens aus der Produktion von Peter Geller, der ein Patent auf seine Erfindung hat. Die besten Mode- und Beauty-Fotografen der Welt benutzen heute die leicht transportierbaren, in Deutschland hergestellten "Sunbounce"-Lichtschilder. Geller gewann 1971 den "World Press Photo Award". Er hat den Kontakt zu Gorman geknüpft und ist in Düsseldorf als Beobachter beim Workshop dabei.

Gorman hat auch für das Zusammenstellen einer aussagekräftigen Fotomappe (Portfolio) einige Ratschläge parat. Die Arbeitsproben sollten auf jeden Fall die eigene Sichtweise unmissverständlich aufzeigen. Zur Veranschaulichung werden auch einige Beispiele aus dem Portfolio des Fotografen gezeigt und analysiert: Porträts, Rockmusiker, Filmstars, Akte. Nur mit Licht und Schatten kann Gorman einen nackten Körper in eine Landschaft verwandeln.

Bevor wir uns verabschieden, muss noch eine Frage zur Düsseldorfer Fotoszene erlaubt sein: Was hält der amerikanische Fotograf wohl vom Werk der international hoch gehandelten deutschen Fotokünstler? Er sei ein Fan von Andreas Gursky, verrät Gorman. Mit Monika Sprüth, Gurskys Galeristin, sei er sogar befreundet. Dass Gursky mit den digitalen Bildern nachträglich noch kreativ im Studio arbeite, weiß Gorman. Er selbst halte sich bei der Manipulation aber zurück. Den Computer benutze er allenfalls, um die Szene "zu bereinigen".

(RP)