Familienmusikfest "Zum Donnerwetter" in der Tonhalle

Tonhallen-Konzert : Bei Wagner braust das Meer

Das Familienfest „Zum Donnerwetter“ begeisterte kleine und große Besucher.

Als man sich am Sonntagvormittag der Tonhalle näherte, hörte man schon lautes Tuten, Klopfen und Schaben. Schon vor der ersten Veranstaltung des Familienmusikfestes erprobten viele Kinder das „Mobile Musik Museum“ von Michael Bradke ausgiebig. Bereits in der Woche zuvor hatte es 25 Veranstaltungen gegeben mit Musik für Familien und für solche, die es bald werden. Diese konnten sich hier sogar den musikalischen „Ultraschall“ für die Ungeborenen abholen.

Der Tag des Familienmusikfestes begann dann offiziell mit „Zum Donnerwetter“, einem Konzert im Mendelssohn-Saal, das vom Theater Kontra-Punkt inszeniert und von den Düsseldorfer Symphonikern unter Harish Shankar in großer Besetzung und mit klangvollem Einsatz gespielt wurde. Es ging um die Auswirkungen des Wetters auf den Menschen – mit dem Umweg über die Musik. Frank Schulz als etwas schusseliger Wissenschaftler Dr. Mateo Logo stand dabei seiner Mitspielerin Annette Bieker als Lale Machmit gegenüber, die ihm immer wieder klar machte, dass er zwar alles weiß, aber nichts verstanden hat. Nämlich was das Wetter gefühlsmäßig mit uns Menschen macht und wie sich das in der Musik widerspiegelt.

Bei Wagner brauste das Meer, bei Vivaldi gefroren die Schneeflocken, bei Beethoven donnerte und blitze es vortrefflich. Daneben standen pittoreske Musikbeispiele, die nicht allseits bekannt waren und nur indirekt mit dem Thema zu tun hatten: etwa eine Vogelmusik von Olivier Messiaen und eine Farbkomposition von Arnold Schönberg. Von Felix Janosa (Komponist des bekannten „Ritter Rost“) stammten wohlige Lied-Arrangements und einige Kompositionen.

Lale machte ihrem Nachnamen alle Ehre, indem sie oft das Publikum der mit Eltern und Kindern vollbesetzten Tonhalle zum Mitmachen einlud: zum Liedersingen und auch zu einer Geräuschimprovisation, die erstaunlich realistisch Wind und Wetter imitierte. Dabei knüpfte Bieker an Bekanntem an, um den Radius von dort aus zu erweitern. Gute Musikpädagogik! Auf einer Leinwand wurden Texte und Schaubilder gezeigt sowie ergänzend zur Musik stimmungsvolle kurze Filme des aufgehenden Mondes und der über dem Meer untergehenden Sonne. „Davon träume ich heute Nacht!“, sagte ein begeistertes Kind am Ende. Bis in den späten Nachmittag reichten die weiteren Konzerte und vielfältigen Mitmach-Aktionen für Familien mit Kindern jeglichen Alters.

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