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Düsseldorf: Falk & Sons - Boygroup aus Urdenbach

Düsseldorf : Falk & Sons - Boygroup aus Urdenbach

Musik-Produzent Dieter Falk bringt am Freitag eine neue CD heraus. Auf "Toccata" kleidet er Kompositionen von Bach und Händel in poppige und jazzige Gewänder. Unterstützt wird er von seinen Söhnen Max und Paul.

Sie haben einen Spiegel im Türrahmen angebracht, damit sie einander während der Proben im Blick haben. "Das ist leider eine tragende Wand, die konnten wir nicht rausnehmen", erklärt Dieter Falk — so kommt es, dass er nun mit Sohn Paul Rücken an Rücken in einen Kellerraum in Urdenbach sitzt und Max im anderen. Blick in den Spiegel, eins, zwei, drei, vier, dann geht es los.

"Toccata" heißt die neue CD der Familien-Band; am Freitag erscheint sie. Die Falks haben sich noch einmal Bach vorgenommen, so wie bei ihrer vorangegangen Platte. Ihre Band nennen sie Falk & Sons, das sind Vater und Profi-Musiker Dieter Falk, der 16-jährige Paul sowie Max, 19 Jahre alt, der gerade seinen ersten Uni-Tag hinter sich gebracht hat. Mathe-Vorkurs, sagt er, "ging direkt voll rein".

Falk & Sons sind eine Boygroup, die sich zufällig ergeben hat, erzählt Oberstufenschüler Paul, entstanden aus dem familiären Zusammenleben. Die Bandmitglieder wohnen unter einem Dach, sie beherrschen ihre Instrumente, Max und Dieter Falk hatten zuvor schon mal gemeinsame Sache gemacht. Kurzerhand holte man sich den Jüngsten ins Boot, das ist so ein Vater-und-Sohn-Ding: Andere gehen mit ihren Kindern ins Fußballstadion, die Falks nehmen im Keller eine neue Platte auf.

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Vor zwei Jahren veröffentlichten sie ihr Debütalbum "Celebrate Bach", sie kleideten den alten Meister in Pop- und Jazz-Gewänder, sie verkauften 25 000 Stück dieser Platte, unbemerkt von den Hitparaden, weil viele CDs ihre Abnehmer über kirchliche Vertriebswege fanden. In Gottes- und Konzerthäusern traten sie auf, vor Tausenden beim Evangelischen Kirchentag und zuletzt in der Tonhalle, bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag der Stadt Düsseldorf.

"Das Konzept kommt an", sagt Dieter Falk, der die Idee zu Falk & Sons hatte. "Es mache riesigen Spaß", ergänzt Paul, und weil das so ist, gibt es nun bald dieses neue Album, benannt nach Bachs "d-Moll Toccata", dem Titelstück, obgleich es dieses Mal auch Interpretationen von Pachelbel, Albinoni und fünf Stücke Georg Friedrich Händel zu hören gibt.

Erste Ausschnitte haben sie schon ins Internet gestellt, Bach im Uptempo mit zerrender Orgel und schnappender Schlagzeug-Hi-Hat. Noch besser wäre es aber, sich das einmal in Gänze und auch live anzuhören, rät Vater Dieter. Darum steht man kurz darauf bei Familie Falk im Keller, sie geben eine Hörprobe, der Sound ist drückend und ganz nah. "Toccata" präsentieren sie nun, Paul an der Hammondorgel, Max am Schlagzeug, Dieter am Keyboard. Sie haben eine Mission, eine Botschaft: keine Angst vor Klassik! Zugleich betont Dieter Falk: Keinesfalls wollte man die Klassik ersetzen, man wollte sie ergänzen. Dann kommt er ins Schwärmen: "Die beiden Jungs", er meint Bach und Händel, "die haben so viele Hits geschrieben." Da könnten sich die allermeisten Musiker unserer Zeit noch etwas abgucken. Bach ist ihm bis heute der liebste, mit dem ist er groß geworden, sagt er. Seine Jungs, Paul und Max, hören gerne auch mal Daft Punk oder die Tarantino-Filmmusiken.

Die Klassik habe er erst für sich entdecken müssen, erzählt Paul. Denn früher hätte er damit nicht viel anfangen können. Erst der Vater habe den Brüdern gezeigt, was da alles rauszuholen wäre, so Paul. Nun hat er Blut geleckt. Seitdem geht das so: Proben nach der Schule, Aufnahmen in den Ferien, Konzerte hauptsächlich an den Wochenenden. Sie haben diese Band um die Verpflichtungen ihrer Mitglieder herumorganisiert. "Wenn man mal ein paar Stunden Zeit hat, geht man runter", sagt Max. Zudem profitierten die Jungen natürlich von der Professionalität des Alten, dem studierten Musiker und Top-Produzenten, der neuerdings auch Gastprofessor an der Robert-Schumann-Hochschule ist.

Es liefe in etwa so, scherzt Paul: Der Vater hätte die Erfahrung, die Brüder hätten den Geschmack.

(RP)