Essen in Düsseldorf: So grillen wie die Japaner

Gastro-Tipp aus Düsseldorf: So grillen wie die Japaner

Es muss nicht immer Sushi sein, wenn es um japanische Spezialitäten geht. In Lörick hat jetzt ein Yakiniku, ein japanisches Grillrestaurant eröffnet.

In Japan gibt es sie an fast jeder Ecke. Jetzt hat auch in Düsseldorf, der deutschen Hochburg für japanische Restaurants, ein Lokal eröffnet, in dem es vorwiegend Gegrilltes gibt. Yakiniku nennt sich das japanische Tisch-Barbecue - beeinflusst von der koreanischen Küche, nur ein wenig edler.

Weg von Sushi, Tempura und Co geht es diesmal also hauptsächlich um Fleisch - um Fleisch vom Feinsten in unserem konkreten Fall.

Im ehemaligen Hühns Eck, einer klassischen gutbürgerlichen Kneipe an der Hansaallee in Düsseldorf-Lörick, hat die Brickny Europe Gruppe gleich neben ihrem Restaurant Umaimon (ein Restaurant für Nudelsuppen) nun das "Ah Un" eröffnet.

Grills aus Japan importiert

Mehrere Monate haben die Umbauarbeiten gedauert. Das Restaurant ist jetzt hell, und jeder Tisch ist mit einem eigenen Grill versehen. Das Erstaunliche: Wer nach einem ausgiebigen Grillabend das Restaurant verlässt, riecht kein bisschen verräuchert nach Barbecue - dank eines aufwendigen Lüftungssystems. Der Grill ist so tief in den Tisch eingelegt, dass der Dampf direkt von der Seite angesaugt wird.

Das Abluftsystem sei auch der teuersteTeil der Umbauarbeiten gewesen, erklärt Shu Kaemaki, Sprecher der Brickney Gruppe. Und die Spezial-Grills seien direkt aus Japan importiert worden, fügt er hinzu.

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So betritt der Gast also einen freundlichen, schlicht gestalteten Raum, der rund 60 Gästen Platz bietet. Ins Auge fallen die großformatigen Skizzen von Rindern an den Wänden. Sie zeigen konkret die einzelnen Fleischschnitte, die dann namentlich auf der Karte wiederzufinden sind. "Ah Un" heißt übersetzt so viel wie von Anfang bis zum Ende. In der europäischen Küche spricht man von "Nose to Tail", was soviel meint wie von der Schnauze bis zum Schwanz, und das wird alles verwertet. Auch im Ah Un.

Doch bevor wir uns bei unserem Testessen ans Gegrillte wagten, wählten wir zunächst einige Vorspeisen. Geschmacksintensiv war die Tamago-Suppe (7,50 Euro), überraschend der Wagyu-Tataki-Salat (14,50 Euro) mit asiatischem Dressing und reichlich Fleisch. Beim Bimim Udo Wagyu (18 Euro), ähnlich dem koreanischen Bimbimcup, hätte es von Seiten des Service einer Erklärung bedarf. Denn nicht jeder Gast weiß, dass man alle hübsch drapierten Zutaten untereinander mengt.

Nicht alle Kellner sprechen deutsch oder englisch

Nachhilfeunterricht benötigen auch die Gäste, die zum ersten Mal das Yakiniku-Restaurant betreten. Welches Fleisch und wie viel davon, das ist zunächst die Frage. Dabei ist die Auswahl groß - ob Hühnchen, Ente, Schwein, Garnelen oder Gemüse. Es ist für jeden etwas dabei. Der Schwerpunkt liegt aber beim edlen Wagyu Fleisch, das es von der Zunge bis zum Filet, mariniert und in unterschiedlichen Qualitäten, gibt. Auf jeden Fall sollte sich der Gast beraten lassen. Doch Vorsicht, nicht jeder der jungen, freundlichen Kellner spricht deutsch oder englisch. Da empfiehlt es sich, ruhig noch einmal nachzufragen.

Für den Anfänger bietet sich eine Kombination für zwei Personen (oder mehr an). Im Angebot sind verschiedene Fleischsorten und es gibt dekorativ hergerichtete Platten zum Preis von 38 oder 58 Euro pro Person. Zu dem Fleisch kommen verschiedene Soßen. Dann kann man noch einige Toppings bestellen und los geht's.

Sicherlich, das Ah Un ist etwas für Fleischliebhaber. Aber auch Vegetarier und Fischfreunde kommen auf ihre Kosten. Das Angebot (nicht nur an Gegrilltem) ist abwechslungsreich. Dabei muss es nicht immer Sushi und Co. beim Japaner sein.

(wan)
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