Düsseldorf: Ehrenhof-Preisträgerin erforscht ihre Familiengeschichte

Düsseldorf: Ehrenhof-Preisträgerin erforscht ihre Familiengeschichte

Die Künstlerin Morgaine Schäfer zeigt im Museum Kunstpalast ihre Installation "hell, freundlich, grüßend." Im Zentrum steht eine Fotografie.

Ein Schwimmbecken ist ein ungewöhnlicher Ort für Kunst. Tatsächlich aber hängen im niedersächsischen Brome drei Holzreliefs über einem Swimmingpool. Skurril fand Künstlerin Morgaine Schäfer das. Kurzerhand hat sie die eigentümliche Kulisse fotografiert und zum Hauptwerk ihrer Preisausstellung gemacht, die jetzt im Museum Kunstpalast zu sehen ist.

Im vergangenen Jahr wurde die Künstlerin mit dem Ehrenhofpreis ausgezeichnet: Er richtet sich an Absolventen der Kunstakademie, die jedes Jahr beim Rundgang ihre Abschlussarbeiten zeigen. Es ist der bestdotierte Absolventenpreis in Deutschland - die Träger bekommen ein Preisgeld von 10.000 Euro sowie eine Einzelpräsentation im Museum Kunstpalast mit begleitender Publikation. Morgaine Schäfer studierte an der Kunstakademie bei Christopher Williams. Ausgezeichnet wurde ihre Abschlussarbeit "Westen - wschód". Darin reflektiert sie anhand von überlieferten Familienfotos ihre eigene Geschichte - als Kind zweier Nationen.

Die Suche nach Identität setzt sie in ihrer Werkschau im Museum Kunstpalast mit ihrer Installation "hell, freundlich, grüßend" fort. Es ist zugleich ein Teil Familiengeschichte, den die Künstlerin dort verarbeitet. Denn die drei Holzreliefs, die nun über einem Pool hängen, wurden 1911 von ihren Vorfahren entworfen und gefertigt - als Zierform für Fachwerkhäuser. "Sie zeigen aber auch das Selbstverständnis der Handwerksmeister", erklärt die Künstlerin.

Die Fotografie ist das Hauptwerk der Ausstellung. Davor stehen große Staffeleien aus Stoff, auf denen Morgaine Schäfter Details der Reliefs herausarbeitet. Sie zeigen Szenen aus der Landwirtschaft und zwei Engel, die ein Wappen umkreisen - ein Symbol dafür, dass die Drechslerzunft im Aufschwung war.

Morgaine Schäfer begab sich auf eine historische und ästhetische Recherche. Besucher können diese in ihrem Ausstellungskatalog nachvollziehen. Noch bis zum 27. Mai ist die von Kay Heymer, Leiter Moderne Kunst im Kunstpalast, kurierte Schau zu sehen. Sie ist zugleich ein Beitrag zum Festival Düsseldorf Photo (16. bis 25. Februar).

(ubg)