Düsseldorfer Künstler und Dichter Expertengespräch zum Abschluss der Kriwet-Ausstellung im Heine-Institut

Düsseldorf · Enno Stahl und Gregor Jansen diskutieren über Ferdinand Kriwet als Künstler. Die große Sonderausstellung zu Kriwet endet am Sonntag, 9. Januar, im Heine-Institut.

 Der Künstler und Dichter Ferdinand Kriwet (1942-2018).

Der Künstler und Dichter Ferdinand Kriwet (1942-2018).

Foto: Angelika Platen / dpa

Wer noch die große Sonderausstellung über den Düsseldorfer Dichter und Medienkünstler Ferdinand Kriwet (1942-2018) sehen will, muss sich ein wenig sputen: Noch bis zum kommenden Sonntag, 9. Januar, ist die Schau im Heine-Institut an der Bilker Straße 12-14 zu betrachten. Wobei zum Abschluss noch einmal ein spannendes Expertengespräch auf die Besucher wartet: Kriwets kunsthistorische Bedeutung wollen sich Enno Stahl vom Heine-Institut und Gregor Jansen, Direktor der Kunsthalle Düsseldorf, eingehend betrachten. Jansen hat vor zehn Jahren die letzte große Kriwet-Ausstellung in der Kunsthalle realisiert und gilt als Experte sowohl für Kriwets Werk als auch für dessen zeitliches Umfeld.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Kriwets Düsseldorfer Jahre, in denen seine literarischen Wurzeln zu finden sind. Seine große Schaffensphase liegt in den Jahren zwischen 1960 und 1975. Bekannt wurde Kriwet durch seine sogenannten Rundschreiben, von denen im Heine-Institut eine Auswahl zu sehen sind. Entgegen seinem Wunsch werden sie häufig eher als Grafik denn als Text betrachtet. Diese Werke, in denen Buchstaben zu mehreren Wörtern verschmelzen, je nachdem, von wo man zu lesen beginnt, bieten nach den Worten Enno Stahls viel Raum zur Interpretation. Danach habe Kriwet für sich begriffen, dass Texte auch Signale sein können, unabhängig von ihrem Inhalt. Deswegen seien Buchstaben und Wörter an sich in seinen Arbeiten wichtiger als deren Bedeutung. Das zeigt sich auch in seinen Filmen, in denen schnell wechselnde Buchstaben sich zu verschiedenen Wörtern zusammensetzen. Gleichzeitig fangen diese Filme, so Stahl, das Leben und die Atmosphäre der 1960er- und 70er-Jahre ein.

In der Ausstellung sowie den bisherigen Begleitveranstaltungen wurde die Rolle Kriwets als Autor, als Verfasser von Hörtexten und Textfilmen beleuchtet, ebenso seine Eingebundenheit in den Künstlerkreis um die legendäre Düsseldorfer Künstlerkneipe „Creamcheese“. Zur Abschlussveranstaltung am Sonntag wird der Düsseldorfer Jazzmusiker und Künstler Mike Jansen Klavierimprovisationen spielen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort