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Düsseldorf: Theatermuseum lädt in den „Salon Louise“​ ein

Sommerangebot des Theatermuseums : Frisbeescheiben statt Theatergeschichte

Noch bis zum 4. September lädt das Theatermuseum in den „Salon Louise“ ein. Auch dadurch soll das ehemalige Hofgärtnerhaus im Sommer zu einem Ort der entspannten Begegnung werden.

Im Düsseldorfer Theatermuseum Düsseldorf weichen historische Stücke Frisbeescheiben und Picknickdecken. Durch die Sommerpause finden weniger Ausstellungen in dem Hofgärtnerhaus statt, weshalb die Türen geöffnet wurden, um einen neuen Ort der Begegnung zu schaffen – mit feinem Blick in den Hofgarten. Im „Salon Louise“, an der Jägerhofstraße 1, soll jeder von einem ruhigen Plätzchen im Grünen als auch von einem bunten Leihangebot profitieren.

Das Theatermuseum beherbergt bereits das ganzjährig geöffnete Museumscafé „Louise“. Als Inspiration und Namensgeberin steht die Schauspielerin und Theaterleiterin Louise Dumont (1862-1932), die sich auch für Emanzipation und gegen soziale Missstände eingesetzt hatte. Im Café gibt es kein Verzehrzwang; bei mitgebrachten Speisen und Getränken wird sogar Besteck und Geschirr zur Verfügung gestellt. Damit versucht das Café seinem Namen alle Ehre zu machen: Mit Blick auf Louise Dumonts Gastfreundschaft möchte sich das Theatermuseum zunehmend zu einem Begegnungsort wandeln. Dazu gehört auch, dass Ausstellungsobjekte und historische Stücke in der Sommerpause Brettspielen, Büchern und einem Puppentheater weichen; sogar Picknickdecken und Frisbeescheiben liegen bereit.

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Noch bis zum 4. September, zu den Öffnungszeiten des Museums, ist jeder eingeladen, dort zu verweilen. Auch wenn das Projekt nicht ganzjährig ist, soll der „Salon Louise“ in den Ausstellungspausen zukünftig wiederbelebt werden.

Louise Dumont wurde in Köln geboren. Trotz finanzieller Probleme entschied sie sich gegen den Willen ihres Vaters, Schauspielerin am Theater zu werden. Gemeinsam mit ihrem Mann Gustav Lindemann gründete sie 1904 das Reformtheater „Schauspielhaus Düsseldorf“. Neben ästhetischen Reformen in Regie, Dramaturgie und Bühnenausstattung sollte es auch ein Ort sozialer Reformen sein. So bemühte sich das Paar bewusst um verschiedene Formate, um auch ein Publikum aus einkommensschwachen Gesellschaftskreisen in ihr Theater zu holen oder durch Vorträge und Matineen weiterzubilden.

Das Archiv dieser Arbeit – das Dumont-Lindemann-Achiv – wurde 1947 der Landeshauptstadt Düsseldorf übergeben. Aktuell feiert das Theatermuseum mit einer Dauerausstellung, einem Jubiläumsbuch und nun ebenso mit dem „Salon Louise" das 75-jährige Bestehen des Archivs, das zum Fundament des Theatermuseums wurde.