1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Kultur

Düsseldorf: Theater an der Kö startet Spielzeit mit "Die Extrawurst"

Theater an der Kö : Saison startet mit Tennis-Komödie

Unter anderem steht „Die Extrawurst“ im Programm für die neue Spielzeit des Theaters an der Kö. Leiter René Heinersdorff hofft, dass die Besucher trotz der Pandemie kommen.

Der Spielplan steht, und auch alles andere ist gründlich vorbereitet für einen reibungslosen Start in die Saison. René Heinersdorff sieht für sein Theater an der Kö ein Licht am Ende des Tunnels. Unbeschwert aber ist er nicht. „Mich treibt die Sorge um, dass die Zuschauer nicht wissen, wie risikoarm ein Besuch bei uns ist“, sagt er. „Es gibt weltweit keinen einzigen Fall, bei dem Corona im Theater übergesprungen ist. Die Virologen sagen, der vom Tüv zwingend vorgeschriebene Umsatz der gefilterten Luft hält sie frei von Viren und Keimen.“ Erst im Vorjahr habe er sein Theater für 60.000 Euro mit einer hochmodernen Filteranlage ausgestattet. „Man sollte das alles relativieren“, fügt er hinzu. „Nach neuesten Erkenntnissen muss ich 20.000 Menschen treffen, bevor ich einem mit Covid-19 Infizierten begegne.“

Für die Sicherheit habe man alles getan, das Hygienekonzept wurde behördlich abgesegnet. „Obwohl wir unser Haus voll besetzen dürften, haben wir uns entschieden, die Zuschauer auf Lücke zu setzen“, berichtet Heinersdorff: „Ob wir eine Pause machen, hängt von der jeweiligen Belegung ab. Ist es voll, spielen wir durch. Ansonsten lässt sich in der Pause außer dem Foyer auch die Mall der Schadow-Arkaden nutzen.“ Getränke werden vorläufig nur in der Flasche serviert, das Premieren-Büffet fällt flach. Und wohl auch das gemütliche Miteinander danach, bedauert Heinersdorff.

Doch zunächst ist der Theaterleiter und Regisseur froh, einen kompletten Spielplan vorlegen zu können. Seit Monaten jongliert er mit diversen Stücken. Den Anfang macht am 26. August „Ungeheuer heiß“, passend zur Jahreszeit. „Ein Leichtgewicht, sehr unterhaltsam“, sagt er. Die Hauptrollen spielen der Komiker Markus Majowski und Marie Therese Relin. Die Tochter von Maria Schell tritt zum ersten Mal auf einer Düsseldorfer Bühne auf. Ab 7. Oktober folgt „Die Extrawurst“, eine Komödie mit Spaßgarantie aus dem Tennismilieu. Bis zur Generalprobe hatte sie es geschafft, die Premiere fegte Corona weg. Das Weihnachtsstück „Alle unter einer Tanne“ skizziert einen Heiligen Abend, bei dem sich längst nicht alle grün sind, angeführt vom TV-bekannten Schauspieler-Paar Claudia Wenzel und Rüdiger Joswig. Der weitere Spielplan: „Kerle im Herbst“ vereint die alten Hasen Horst Janson, Christian Wolff und Max Schautzer. Regie beim „Abschiedsdinner“ mit Martin Semmelrogge und Mariella Ahrens führt Jochen Busse. Marion Kracht hat sich für ihr erneutes Erscheinen auf dem Düsseldorfer Boulevard die französische Komödie „Reizende Wäsche“ ausgesucht, bevor der Schwank „Ab in den Schrank“ die Saison beschließt.

Nur wenige hätten ihr Abo gekündigt oder ihre Zahlungen zurückgefordert. „Dieses Geld hat unser Theater gerettet“, sagt René Heinersdorff: „Wir fangen jetzt einfach mal an. Man darf das Risiko von engen Räumen nicht auf unser Haus übertragen. Das ist wie eine gut durchlüftete Kathedrale“, beteuert er.