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Düsseldorf: Sonderbriefmarke ehrt Kabarett-Legende Lore Lorentz

Düsseldorfer Kabarett-Legende : Sonderbriefmarke für Lore Lorentz

Die Kabarett-Legende, die am 12. September 100 Jahre alt geworden wäre, erhält ein besonderes Denkmal. Die 155-Cent-Briefmarke ist ab Donnerstag, 3. September, erhältlich.

Am 12. September wäre Lore Lorentz 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass bringt die Deutsche Post eine Sondermarke im Wert von 155 Cent heraus. Zuständig für alle Postwertzeichen mit der Bezeichnung „Deutschland“ ist aber das Bundesfinanzministerium. Dort begründet man das besondere Motiv: „Lore Lorentz war die Königin der Kleinkunstbühne. Ihr Charme, ihre Bühnenpräsenz, ihre Schlagfertigkeit machten sie fast ein halbes Jahrhundert lang zur Grande Dame der politischen Satire.“

Am Kay-und-Lore-Lorentz-Platz zeigte man sich sehr erfreut. Als ältester Sohn der Prinzipalin hat Kay Lorentz 1993 das Kabarett-Theater übernommen und konnte bei Erhalt der Nachricht, das heißt noch vor der Pandemie, in seinem Dankschreiben an das Ministerium auf „73 Jahre blühendes Theatergeschehen“ verweisen. Für das Motiv der Marke waren sieben Grafiker aus verschiedenen Regionen der Bundesrepublik um Vorschläge gebeten worden. Auf die Auswahl hatte Kay Lorentz selbst keinen Einfluss. Das nun bald erhältliche Postwertzeichen zeigt eine gut gelaunte Kabarettistin, die mit weit ausgestreckten Armen und baumelnden Beinen auf einem kleinen Möbelstück sitzt. Natürlich einem „Kommödchen“, dem Namensgeber ihres Hauses, wo sie viele Jahre lang jede politische und gesellschaftliche Behäbigkeit „inkommodierte“.

Unter den zahlreichen Porträts von Lore Lorentz sind einige mit besonderem ikonischen Wert. Da ist zunächst einmal das große Foto im Eingangsbereich des Theaters. Es stammt von dem Werbefotografen Willy Gursky, dem Vater des weltberühmten Fotokünstlers Andreas Gursky. Aber bereits 1947 brachte der „Spiegel“ ein Foto der jungen Kabarettistin, die sich mit ihrer Truppe dem „mütterlichen Gefühl“ von Mutter Ey anvertraut hatte. Kurz nach dem Krieg hatte man Hundert Kubikmeter Schutt beiseitegeschafft, und in den wiederhergerichteten Räumen mit Bäckerei und Kunsthandel von Mutter Ey durfte Lorentz einen Monat lang ein Gastspiel geben.

Ein Foto aus dem Jahr 1950 hängt im Deutschen Historischen Museum. Es zeigt Lore Lorentz mit Zigarette auf einem runden Zaubertisch sitzend. Darunter steht: „Achtung feuergefährlich“. Der Titel ihres damaligen Programms lautete: „Nur keinen Streit vermeiden“. Als weitere Wegmarke ihrer Vita dient ein Porträt im Kalenderblatt der Deutschen Welle für den Geburtstag der Künstlerin und vierfachen Mutter. Es zeigt Lore Lorentz mit Brille und Dauerwelle, das Gesicht auf die linke Hand gestützt, im Jahr 1966. Nur ein Jahr später konnte ihr „Kom(m)ödchen“ in die Düsseldorfer Kunsthalle umziehen, wo es sich heute noch befindet.

Auf dem nach ihr und ihrem Ehemann benannten Vorplatz wird am Donnerstag, 3. September, die neue Briefmarke vorgestellt. Die Post AG wird hierzu ab 9 Uhr morgens ein gelbes Zelt bereitstellen mit Markenverkauf, Sonderstempel und Erstlingsausgabe. Zur Eröffnung wird auch Oberbürgermeister Thomas Geisel erwartet, der über die Bedeutung von Lore Lorentz für seine Stadt sprechen will.