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Düsseldorf: Skulpturen-Ausstellung "Traum von Natur" im Malkastenpark

Ausstellung im Malkastenpark : Skulpturen konkurrieren mit Natur

Die verschlungenen Pfade und die verwunschenen, grünen Winkel des Malkastenparks bietet ein beeindruckendes Setting für die Ausstellung „Traum von Natur“. Die Skulpturen sind bis November zu sehen.

Der Park hinter dem Malkasten ist an sich schon ein Kleinod, ein verwunschener Ruhepol mitten in der City. „Die Idee, eine Freiluftausstellung zu kuratieren, hatte ich schon lange“, sagt Wilko Austermann. Mit dem Kunstverein hat der 33-Jährige einen Verbündeten für sein außergewöhnliches Projekt gefunden, der optimale Bedingungen bietet, um Skulpturen und Installationen so in Szene zu setzen, wie es kaum ein Museum leisten könnte. Denn der um 1860 von Joseph Clemens Weyhe angelegte Park mit seinen verschlungenen Wegen entlang der Düssel ist Natur pur. Die Kunstwerke setzen dazu den Kontrapunkt. Sie sind ausnahmslos aus künstlichen Materialien gefertigt und passen sich doch perfekt in die Landschaft ein.

Manche, wie die „Schmetterlingsrebe“ von Yi Zhen Lin, eine Installation aus durchsichtigen Kleiderbügeln und Haargummis, erschließen sich erst auf den zweiten Blick, weil der chinesische Künstler sie so zwischen Bäume eingepasst hat, als gehörte sie schon immer dort hin. Martin Schwenks Skulptur „Ast“ erscheint wie der täuschend echte Teil eines Baums, obwohl aus PU-Schaum gefertigt. Jaana Caspary wiederum widmet sich dem Thema Natur in Form überdimensionierter Blättern, die aufrecht auf einer Wiese stehen. Mercedes Neuß inszeniert Natur als Albtraum in Gestalt eines weißen Tigers, der aus dem Dickicht hervorspringt.

Der Dialog ist das verbindende Element der Ausstellung. „Ich wollte die Generationen miteinander in Bezug setzen“, erklärt Wilko Austermann, dass er Werke älterer, bereits etablierter Künstler den Arbeiten des Nachwuchses in der Kunstszene gegenüberstellt. Keine Konkurrenz, sondern Ergänzung soll es sein. So treffen im Malkastenpark Martin Schwenk, Paul Schwer und Wilhelm Mundt auf Victoria Strecker, Severin Spengler und Jonas Hohnke.

80 Prozent der gezeigten Werke sind speziell für die Ausstellung entstanden. Andere beziehen Kunstobjekte mit ein, die fester Bestandteil des Malkastenparks sind, wie Emil Walde, der für „Beauty Pond“ Statuen, die durch den Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden, durch künstliche Prothesen wieder vervollständigt.

Alexander Föllenz rekonstruierte ein durch den Krieg vollends zerstörtes Venusstandbild. Seine Skulptur trägt den Kopf der Venus de Milo, hat aber den Körper eines Herkules, als Verweis auf ein modernes Schönheitsideal. „Damit wird der älteste Teil des Parks rund um den Teich mit der Wasserfontäne bespielt, der früher für Theateraufführungen genutzt wurde“, erklärt der Kurator.

Info Die Skulpturen, Installationen und eine Video-Projektion von Felix Contzen sind noch bis 22. November im Malkastenpark zu sehen (tgl. geöffnet von 10 bis 20 Uhr. Eintritt: zwei Euro). Bei Einbruch der Dunkelheit werden drei der Werke illuminiert.