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Düsseldorf: Schauspielhaus nimmt Freiluftbühne in Betrieb

Premiere auf Gründgens-Platz : Düsseldorfer Schauspielhaus nimmt Freiluftbühne in Betrieb

Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat seine Freiluftbühne in Betrieb genommen – und darf wegen der Lockerungen im Coronaschutz nun auch mehr Karten verkaufen.

Es wird wieder Theater in Düsseldorf gespielt – und das Schauspielhaus ließ sich auch nicht von erschwerten Bedingungen zur Premiere am Donnerstag abbringen. Zu denen zählten nicht nur die Vorschriften zum Coronaschutz, unter denen die Open-Air-Bühne auf dem Gustaf-Gründgens-Platz erlaubt worden ist. Die Blicke der Verantwortlichen richteten sich angesichts des Dauerregens der letzten Tage und noch des Vormittags sorgenvoll auf den Himmel – und ihre Wetter-Apps.

Noch während Intendant Wilfried Schulz rund 45 Minuten vor Beginn der Aufführung  den Schauspielern „toi, toi, toi“ wünschte, ging ein kräftiger Schauer nieder. Dann hellte sich der Himmel auf, und als die Premiere um 19 Uhr begann, blieb es zunächst trocken.

 Abstandspflicht und unfreundliches Wetter schreckten die Theaterfans nach der langen Pause nicht ab.
Abstandspflicht und unfreundliches Wetter schreckten die Theaterfans nach der langen Pause nicht ab. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Dass man sich in diesem kalten Mai bei einer fast dreistündigen Freiluftaufführung (inklusive Pause) etwas dicker anziehen muss, wussten die 200 Besucher – schließlich hatte das Schauspielhaus zur „wetterfesten Kleidung“ geraten und zudem Regen-Ponchos bereitgelegt. Die Vorfreude nach so langer Theaterpause war spürbar – und neben dem Wetter das beliebteste Gesprächsthema. 

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Nach mehr als einem halben Jahr Zwangspause wegen der Pandemie startet das Schauspielhaus gleich mit einer Besonderheit. Auf dem Gustaf-Gründgens-Platz, dessen Neugestaltung in diesen Tagen fertiggestellt wird, steht den Sommer über eine Zuschauertribüne.

Eine Künstlergruppe hat den Theatervorplatz, den sich das Schauspielhaus nun unter anderem mit dem Lieferanteneingang des neuen Kö-Bogen-Geschäftshauses und einem gläsernen Pavillon mit einer Eisdiele teilt, mit Flugzeugteilen versehen. Die bewegliche Installation samt Tribüne dient verschiedenen Inszenierungen als Bühnenbild, unter anderem dem im Juni startenden Festival „Theater der Welt“.

Zum Auftakt gab es eine Uraufführung: Die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben sich an eine Neuerzählung des „Rheingold“-Stoffes gewagt, der vor allem durch Richard Wagner bekannt ist. Regisseur Roger Vontobel setzte das Stück gemeinsam mit einem 14-köpfigen Ensemble, jungen Skatern und einer Band in Szene.

Mit Blick auf den Infektionsschutz wurden die Zuschauer auf Abstand platziert, die Zahl der Ehrengäste war bewusst gering gehalten. Unter ihnen waren Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU), die Autoren und einige Mitglieder des Aufsichtsrats. 

Wer zuschauen wollte, musste einen aktuellen Schnelltest vorweisen, den man auch direkt im Schnelltestzentrum im Schauspielhaus machen konnte. Statt einer großen Premierenfeier war nach der Vorstellung nur ein kurzes Zuprosten auf Abstand geplant. Intendant Schulz findet das nebensächlich: „Spielen ist jetzt wichtiger als anstoßen.“

Das Theater sieht sich schon jetzt  im Einklang mit der Natur. Bei einer Voraufführung war über der Bühne ein Regenbogen zu sehen, ein anderes Mal kam genau in einem dramaturgisch passenden Moment Wind auf.

Und jetzt stimmen die Zeichen ohnehin freudig: Das Wetter soll deutlich besser werden – und der Coronaschutz wird dank der deutlich gesungenen Zahl der  Neuinfektionen gelockert. Nun treibt es auch das Junge Schauspielhaus vor die Tür. Wie am Donnerstag bekannt wurde, feiert in einer Woche „Fleders fantastische Reise“ für Kinder ab 5 Jahren seine Premiere, ebenfalls im Freien.