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Düsseldorf: Neuer Theaterchef Wilfried Schulz muss improvisieren

Düsseldorfer Schauspielhaus : Neuer Theaterchef muss improvisieren

Düsseldorfs neuer Theaterchef Wilfried Schulz ist guter Dinge: Dass das traditionsreiche große Schauspielhaus in der Saison nicht bespielt werden kann, nimmt er gelassen. Das Ensemble soll zeitweise in einem Zirkuszelt auftreten.

In seiner ersten Spielzeit als Intendant des Düsseldorfer Schauspiels muss Wilfried Schulz improvisieren: Ein Zirkuszelt wird im Herbst 2016 vorübergehend zur Bühne. Damit fügt der künftige Intendant den beiden provisorischen Spielstätten des Theaters eine weitere hinzu - denn wegen einer Großbaustelle bleibt das traditionsreiche Haus bis zur Spielzeit 2017/18 geschlossen.

Das Zelt für 500 Zuschauer werde am Ende der Königsallee ("Kö") im Zentrum der Stadt stehen, sagte Schulz am Montag bei der Vorstellung des neuen Leitungsteams und der Pläne für die Spielzeit 2016/17 in Düsseldorf. Der 63-Jährige ist derzeit noch Chef des Staatsschauspiels in Dresden. "Wir wollen die Schwierigkeiten, die uns gestellt sind, fröhlich und freundlich annehmen", sagte Schulz.

Aus Dresden bringt der künftige Intendant unter anderem Chefdramaturg Robert Koall mit. Hausregisseur wird Roger Vontobel, der auch in Dresden verschiedene Stücke inszeniert hat und der Schulz zufolge "einer der renommiertesten Regisseure des deutschen Sprachraums" ist.

Vom Münchner Residenztheater wechselt der künstlerische Betriebsdirektor Roland Spohr an den Rhein. Leiter des Kinder- und Jugendtheaters in Düsseldorf wird Stefan Fischer-Fels. Der erfolgreiche Jugendtheatermacher war bereits bis 2011 auf dem Posten, er kehrt vom Berliner Grips-Theater zurück.

Schulz kündigte außerdem eine Bürgerbühne an, die Stücke und Projekte mit Laien entwickeln soll. Diese Art der Partizipation sei aus der Theaterdiskussion nicht mehr wegzudenken, sagte er. Zur Eröffnung soll im September Shakespeares "Sommernachtstraum" auf die Bühne kommen. Dafür werden zurzeit jugendliche Darsteller gesucht.

Das Schauspielhaus gehört mit mehr als 300 Mitarbeitern und einem Etat von rund 24 Millionen Euro zu den größten Sprechtheatern Deutschlands.

(dpa/isf)