Düsseldorf: Musikschule "Subito" muss ausziehen

Musikschule „Subito“ : Talentschmiede landet auf der Straße

Die Düsseldorfer Musikschule „Subito“ muss ihre Räume an der Kronprinzenstraße verlassen.

Gerade noch feierte die Musikschule „Subito“ mit Sitz an der Kronprinzenstraße ihr 20-jähriges Bestehen. Beim Festakt im Theater an der Kö im September vergangenen Jahres waren allerhand Honoratioren der Stadt zugegen, auch Oberbürgermeister Thomas Geisel sprach ein paar Worte. Denn aus der Musikschule für Kinder und Jugendliche sind auffallend viele Preisträger von Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ (bis zur Bundesebene) hervorgegangen. Doch jetzt droht das Aus.

Denn die Talentschmiede landet buchstäblich auf der Straße. Die Familie Heinersdorff, die Räume an die Musikschule vermietete, musste das Gebäude an der Kronprinzenstraße verkaufen. Was dort entstehen soll, ist noch nicht gewiss. Fest steht aber: Die Musikschule darf nicht bleiben, obwohl die Leiterin der Einrichtung, Marina Kheifetsin den vergangenen Jahren an die 50.000 Euro in die Räumlichkeiten investiert hatte.

„Himmels Immobilienentwicklung“ heißt der Käufer. „Ich habe mit denen gesprochen“, sagt Kheifets. Man finde es auch sehr schade um die Institution, habe aber von der Entwicklung der Immobilie andere Vorstellungen. Jedenfalls passe eine Musikschule nicht ins Konzept. Die Kündigung sei bereits Ende Februar gekommen, berichtet die erfolgreiche Klavierpädagogin, die auch als Konzertpianistin einen Namen hat.

Doch die Suche nach Ersatz gestaltete sich in den vergangenen Monaten extrem schwierig.  „Es ist kaum möglich, für eine Musikschule bei Vermietern ein offenes Ohr zu finden“, sagt Kheifets.  „Ich brauche drei bis vier Räume, die nachmittags leer sind“, sagt die Klavierlehrerin, bei der mittlerweile über Düsseldorf hinaus bekannte Pianistinnen wie Danae Dörken und Hanni Liang einst Unterricht hatten. Zumindest brauche sie einen Ort, wo sie ihre Instrumente lagern kann – darunter ein Steinway-Flügel im schneidigen Design des kürzlich verstorbenen Modeschöpfers Karl Lagerfeld.

Am liebsten würde sie ja ganz einfach an der Kronprinzenstraße bleiben. „Wir sind so glücklich in diesem Haus“, sagt Kheifets. „Wir“ – das sind sechs Lehrer und 60 Schüler. Die würden sich in dem Haus sehr wohlfühlen, sagt Kheifets. Dazu komme eine günstige Miete von sieben Euro pro Quadratmeter. Bei ihrer bisherigen Suche sei sie auf deutlich höhere Preise gestoßen im Raum Düsseldorf. „Hohe Mieten sind für eine Musikschule nicht zu erwirtschaften“, sagt die Betreiberin. Das ginge zu Lasten der Eltern, und die daraus resultierenden Gebühren für den Unterricht seien auch nicht mehr realistisch.

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